Legalized Cachaça - Die Institution, die vorschreibt, welche Spirituosen unter welchen Bedingungen in die USA eingeführt werden dürfen - das Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau (TTB) hat Cachaça legalisiert. Mit der Veröffentlichung einer endgültigen Fassung der Einfuhrvorschriften wird Cachaça als unverwechselbare Brasilianische Spirituose in den USA anerkannt.
LEBLON kämpfte regelrecht für diese Bestätigung - sammelte Unterschriften, warb in den Social Medias um Anerkennung und organisierte Kundgebungen und Events. 300.000 Unterschriften wurden dem US-Kongress in einer Petition übergeben. Mit diesen Bemühungen ging es auch um die Identifizierung mit dem brasilianischen Life-Style.
Bisher musste Cachaça in den USA als Rum deklariert werden - als brasilianischer Rum. Da aber erlebbare Unterschiede zum Cachaça bestehen und kein Brasilianer seine Nationalspirituose als Rum bezeichnet, sollte Cachaça auch als eigenständige Spirituosengattung eingestuft werden. Dies ist nun dank der vielen Unterstützer erfolgreich geschehen.
"Now that the U.S. government has recognized Cachaça, it's time for the world to discover what it means to be Brazilian" erklärt der Gründer von LEBLON Steve Luttmann. Nachdem dieser Erfolg kräftig gefeiert werden wird, darf man also gespannt sein, wofür LEBLON jetzt seine Energie verwendet.
Die Homage an die schönen Frauen (Brasiliens) feiert Geburtstag - vor 50 Jahren wurde das Lied "A Garota de Ipanema" vom Komponisten Tom Jobim und dem Dichter und Gitarrist Vinícius de Moraes geschaffen.
Schon nach den ersten Tönen summen die meisten Menschen mit: "olha que coisa mais linda, mais cheia de graça - schau mal, was für ein schöner Anblick, mit so viel Anmut". So beginnt das Lied "Girl from Ipanema".
Heloísa Eneida Menezes Paes Pinto, die an der Bar "Veloso" in Ipanema, dem Künstlerviertel, an einem sonnigen Tag vorbeischlenderte, zog die bewundernden Blicke auf sich und ließ die Herzen der beiden Freunde Tom und Vinícius höher schlagen, die wie so oft ihre Kaltgetränke genossen. Helô war damals 17 Jahre alt und wohl auf dem Weg zum Strand. Sie wurde zur Inspiration für einen der weltweit bekanntesten Songs des Bossa Novas.
Mit einer schüchtern gesungenen New Yorker Aufnahme auf der LP Getz/Gilberto von 1963 trat der Song seinen Siegeszug um die Welt an und nahm dabei ein Stück von Brasiliens Seele mit auf die Reise. Interpreten wie Frank Sinatra, Diana Krall, Louis Armstrong, Caterina Valente, Ella Fitzgerald, Nat "King" Cole und auch Amy Winehouse sangen diesen Titel. Die Herausforderung des Stückes besteht für Interpreten weniger im Tonumfang, sondern in seiner selbständigen Melodieführung. Der klangliche Reiz des schlichten Dreiton-Motivs zeigt sich in dem vieldeutigen Spannungsverhältnis aus Melodietönen und begleitenden Akkorden.
Die Musiker des Bossa Nova begriffen ihren Stil als betont urbane, intellektuelle und „coole“ Weiterentwicklung älterer Formen des Sambas. Dazu entwickelten sie einen neuartigen (und als sehr provokativ empfundenen), leisen Gesangsstil, der so wirken sollte, „als ob man dem Zuhörer ins Ohr flüstere“. Gerade Gilberto wandte sich gegen den dramatischen oder pathetischen Gestus der Popmusik seiner Zeit: „Der Text darf nicht von Tod, Blut oder Dolch sprechen“.[19]
Die traditionelle Zweiteilung des Rhythmus in einen „leichten“ und einen „schweren“ Beat pro Takt wurde vom Samba übernommen. Die überraschend harmonischen Auflösungen der Motive wie bei dieser Hymne des Bossa Nova, führten dazu, dass neben dem Jazz die Musik des Impressionismus als Haupteinfluss des Bossa Nova gilt - und in der Tat hatte Jobim in seiner Jugend viel Zeit mit dem Studium von Claude Debussys und Maurice Ravels Klaviermusik verbracht.[10]
Helô - heute 67 Jahre - moderiert im brasilianischen Fernsehen Shows und trat früher in einigen TV-Soaps auf und wurde mehrmals im Playboy abgelichtet, letztmals 2003 mit ihrer Tochter. Sie betreibt heute auch das Modelabel "Garota de Ipanema".
Jobim und Moraes offenbarten ihr erst 2 Jahre später, dass sie die Inspiration für das mittlerweile berühmte Lied gewesen war. Die Frau von Gilberto - Astrud - sang dann das Lied, dass Weltruhm erlangte - auch wenn es für eine andere Frau bestimmt war. Über 200 Versionen existieren heute - und es ist damit das meist gecoverte Lied der Welt - nach "Yesterday" von den Beatles.
Der Geburtstag des Cachaça-Pioniers und Verursacher des größten Marken-Rechtsstreites in der brasilianischen Geschichte, Anísio Santiago, jährte sich am 2. Februar zum 100. mal. Sein Cachaça "Havana" oder "Anísio Santiago", den er seit 1943 produzierte, in Bierflaschen abfüllte und mit einem Kronenkorken verschloss, wurde mancherorts in Brasilien mit bis zu 1.000 Euro gehandelt.
Anísio gelang, was seiner Zeit schwer war - er überzeugte mit seinem Cachaça die Mittelklasse, auf importierte Destillate zu verzichten. In Zeiten, in denen das "Girl from Ipanema" auf englisch gesungen wurde und der Jet-set sich in Paris und New York umschaute, galt die westliche Welt als der Nabel der Kultur. Champagner und vor allem Johnnie Walker waren die statusträchtigen Symbole der Oberschicht. Der Cachaça von Anísio vermochte es jedoch, dies zu ändern: sein "Havana" wurde zum Mythos. Er produzierte niemals mehr als 7.000 (Bier)Flaschen im Jahr. Wer eine dieser 600ml-Flaschen bekam, bewahrte sie wie ein Schatz auf und genoss sie nur zu ganz speziellen Anlässen. So wurde er zum Symbol für Qualität und Tradition.
Mit der begrenzten Produktionsmenge und der 8-jährigen Lagerung in Bálsamo-Holz wurde er auch im Ausland zum Objekt der Begierde. Selbst Fidel Castro bewahrte einige Flaschen auf.
Anísio war es auch, der den größten Marken-Rechtsstreit Brasiliens verursachte. Sein Cachaça "Havana" führte zum Rechtstreit mit dem Spirituosen-Anbieter Pernod Ricard. Nach vielem Hin und Her, nach Umbennenung in "Anísio Santiago" und 22 Jahren juristischer Auseinandersetzung ist der Streit beigelegt worden - am 6. September 2011. Die Marke "Havana" ist jetzt wieder "brasilianisch". Anísio erlebte dies nicht mehr, er verstarb mit 90 Jahren 2002.
In Salinas, der Cachaça-Metropole Brasiliens, das in Wahrheit nur ein kleines überschaubares Nest ist, sind heute viele Enthusiasten zu finden, die sich der traditionellen Cachaça-Herstellung verschrieben haben. Hier wurde die weltweit erste Cachaça-Universität gegründet und hier produziert die größte traditionelle Destillerie Brasiliens in enger Zusammenarbeit mit der Universität die Marke SELETA - den meistgetrunkenen traditionellen Cachaça Brasiliens. Aber auch andere Sorten haben in Salinas ihr zu Hause: Saliboa, Artista, Boazinha, Salimel... In den kleinen Bars im Stadtzentrum werden die fermentierten und destillierten Zuckerrohrsäfte in gemütlicher Atmosphäre genossen.
1494 begann die Whiskyherstellung in Schottland, 1533 in Brasilien die Cachaçaproduktion und 1640 die Rumdestillation auf Barbados. Seit dem diese Spirituosen zum ersten Mal hergestellt wurden, veränderten sich die Herstellungsprozesse. Keine der ersten Brennereien existiert heute. Die älteste Whisky-Destille steht in Irland und brennt seit 1757, die älteste Cachaça-Brennerei seit 1755 in Coronel Xavier Chaves.
Prozessbeschleunigungen sorgten dafür, dass Kosten eingespart werden konnten und Spirituosen immer weniger kosteten. Waren es vor hundert Jahren noch viele kleine Brennereien, dominieren das brasilianische Angebot heute wenige große Anbieter. Mit dem Preis für die Spirituosen sank auch der Aufwand. Aroma schonende Destillations- und Gärverfahren werden von industriellen Herstellern nicht mehr verwendet. Gerade in den letzten 40 Jahren gaben viele traditionelle Brennereien in Brasilien den Betrieb auf.
Eine der Brennereien, die sich gegen den Kostensenkungsdruck wehrte, ist die Brennerei Coronel Xavier Chaves. Die Brennerei besteht - amtlich nachgewiesen - seit 1755. „Im Grunde betreibe ich gar keine Destillerie“, sagt der 76-jährige Produzent Rubens Chaves, „ich habe ein Museum, das wie eine Destillerie funktioniert.“ So produziert Senhor Chaves wie vor 250 Jahren – ohne Kunststoffe, Edelstahlkolonnen und Turbohefen. Ein kleiner Bach liefert nach wie vor das Wasser für das Wasserrad, das sich zehnmal pro Minute dreht und die Zuckerrohrpresse antreibt. Senhor Chaves bestimmt, wann der fermentierte Saft des Zuckerrohres, das Caldo da Caña, so weit ist, dass es in den Kupferkesseln destilliert werden kann. So werden aus 1.000 Litern Zuckerohrsaft nur etwas mehr als 100 Liter Cachaça.
Viele Produzenten lassen den Cachaça in Holzfässern reifen, die den Geschmack weiter verändern - eine Methode, die der Purist Chaves ablehnt. Für einen reinen unverfälschten Cachaça setzt er auf Steintanks - die 250 Jahre alt sind.
Senhor Chaves bräuchte mehr als ein Jahr, um einen 24.700-Liter Container zufüllen. Zum Glück nimmt er sich die Zeit, um seinen Cachaça traditionell zu produzieren. Unterstützung von den Behörden bekommt er dafür nicht. Da seine Destillerie aber ein historisches Monument ist, darf er auch auf historische Weise produzieren und so arrangierte er sich mit den Behörden. Wie lange das noch sein wird, weiß er nicht.
Wenn es also einen Cachaça gibt, der sich mit Recht das Label „tradicional“ auf die Flasche heften darf, ist es der Cachaça „Coronel X Chaves“.
Genießer schätzen seine Arbeit. Das wohl populärste Cachaça-Ranking in Brasilien, wählte seinen Cachaça zum Besten puren Cachaça Brasiliens. Dieses Ranking wird nur aller 2 Jahre im brasilianischen Playboy veröffentlicht. A „Carta da Cachaça“ hat sich zur Aufgabe gemacht, die geschmackvollsten Zuckerrohrdestillate Brasiliens in einer repräsentativen Übersicht aufzuführen. Der Coronel Xavier Chaves gehört zu diesen 16 Sorten. Der Blog „Bebidinhas“ wählte ihn zum besten Cachaça artesanal.
In Deutschland ist der Coronel X Chaves übrigens bei
In Brasilien haben sich Regionen entwickelt, die durch die brasilianische Nationalspirituose maßgeblich beeinflußt wurden. Zu diesen traditionellen Cachaça-Hochburgen gehören auf alle Fälle Minas Gerais, Paraty, Bahia und auch der Nordosten sowie seit rund 50 Jahren São Paulo mit seiner industriellen Produktion.
Das Bundesland Minas Gerais besitzt heute die meisten Brennereien - auch weil früher Gesetze ignoriert wurden. Als 1714 der Neubau von Brennereien verboten wurde und sich 1718 auch die vorhandenen Brennereien zertifiziert lassen mussten, führte dies überall zum Rückgang der Anzahl der Brennereien - nur nicht in Minas Gerais.
In Minas Gerais liegt die Kleinstadt Salinas - die Hauptstadt des Cachaças, wie man in Brasilien aufgrund der Konzentration der Brennereien sagt. Hier wirkte einer der berühmtesten Zuckerrohr-Brennmeister: Anísio Santiago. Er stellte seit 1943 bis zu seinem Tod im Jahr 2002 den Havana, der später nach einem Rechtstreit mit Pernod Ricard in Anísio Santiago umbenannt werden musste, her. Seit dem 28. Oktober darf er wieder seinen alten Namen tragen. In einem Supermarkt in São Paulo ist noch eine der alten Flaschen zu finden - als Höchstgebot werden derzeitig R$ 7.000 - EUR 3.040 notiert.
Zur Region Salinas zählen ungefähr 50 Marken - Canarinha, Asa Branca, Erva-Doce, Seleta, Saliboa, Boazinha, Beija-Flor, Cubana sind nur einige. Trotz der großen Anzahl von Marken ist die jährliche Produktionsmenge gering - sie beträgt rund 3 Mio. Liter. Seleta ist wohl heute die populärste Marke. Er wird mittlerweile in ganz Brasilien getrunken - er ist bei Festen genauso präsent wie in Fußballstadien und Strandparties. Die Popularität des Seleta ließ den Hersteller zur größten traditionell produzierenden Brennerei wachsen.
Die Academia da Cachaça beschreibt ihn als klar, schlank und intensiv für die Nase. Dies – so wird geschrieben - setzt sich im Mund fort. Er zeigt eine ausbalancierte Säure und wird im Hintergrund durch Zimt ergänzt. "Er präsentiert eine schöne generelle Harmonie." wird festgehalten.
Aber auch die anderen kleinen Destillen halten die Produktionsmengen fest unter Kontrolle. "Die Reinheit und die Qualität unserer Cachaças sind unsere Ehre." bekräftigt João Moraes Pena, Präsidente der Assoziation der traditionellen Cachaça-Produzenten von Salinas (Apacs). In Salinas arbeiten heute rund 1.500 Beschäftigte in rund 40 Brennereien. Seit dem Juli kann man die Cachaça-Herstellung auch offiziell an der Escola Agrotécnica Federal de Salinas innerhalb von 3 Jahren in 31 Fächern lernen. Diese Ausbildung ist die erste in diesem Fachgebiet und einzigartig in Brasilien. Nicht weit davon, in Januária gingen die Produzenten jedoch vermehrt dazu über, industrielle Cachaças abzufüllen - sagt Antônio Rodrigues, der größte Cachaça-Produzent aus Salinas. Mittlerweile besinnt man sich jedoch auf seine tradtionellen Produktionsweisen.
Loja Seleta e Boazinha
Wer den Weg nach Salinas nicht scheut, dem sei ein Besuch bei Seleta und Boazinha empfohlen. (Rua Barão do Rio Branco 333. Mo-Fr 8:00 - 18:00 Uhr, Sa 8:00 - 14:00 Uhr Tel.: (38) 3841-1254). Mit etaws Glück trifft man auch Antônio Rodrigues zum spaßigen Fachsimpeln.
Internationaler Feiertag des Cachaças - wann ist dieser?
22. März Tag des Wassers, das der Vogel nicht trinkt (Brasilien) 12. Juni International Day of Cachaça (USA) 21. Mai Dia de Cachaça (Brasilien)
In den USA wurde der 12. Juni etabliert - Hintergrund ist das angebliche und historisch schwer belegbare Verbot der Cachaça-Herstellung. Dieses soll am 12. Juni 1744 durch den König von Portugal Johann V. (João V.) veranlasst worden sein. Dagegen spricht, dass ein Viertel der zwischen 1710 und 1830 eingetauschten Sklaven laut Henrique Carneiro (Pequena Enciclopédia das Drogas e Bebidas) in Angola gegen Cachaça eingetauscht wurden. Weiterhin bezog man damals Steuern aus der Cachaça-Herstellung. 1755 wurde Lissabon durch ein Erdbeben fast vollständig zerstört - 60.000 Menschen kamen ums Leben. Allein aus den Steuereinnahmen der Cachaça-Produktion konnte ein Großteil der Wiederaufbauarbeit finanziert werden.
1635 wurde der Handel von Cachaça erstmalig in Brasilien verboten - 4 Jahre später dann auch die Herstellung. Allerdings brauchte die portugiesische Krone Geld für den Erbfolge-Krieg mit Spanien. Eine Steuerreform 1640 führte zur Aufhebung der Verbote, belastete die Zucker- und Cachaça-Produzenten jedoch finanziell. Die hohen Steuern führten zur Cachaça-Revolte in Rio de Janeiro 1660. Nachdem diese niedergeworfen war, wurde 1661 der Verkauf von Cachaça in Brasilien verboten. Cachaça konnte jetzt nur exportiert werden: hauptsächlich nach Angola. In dieser Zeit gingen viele Destillerien pleite - nur in São Paulo und Pernambuco überlebten mehrere. 1695 wurden die Beschränkungen aufgehoben und der Cachaça wurde wieder Teil des Alltages. Nach dem 1693 Gold in Minas Gerais gefunden wurde und sich Ouro Preto zur größten Stadt der südlichen Hemisphäre entwickelte, genoss man Cachaça wieder in rauen Mengen. Steuererhöhungen sollten den Konsum einschränken. 1714 wurde der Neubau von Brennereien verboten - drakonische Strafen wurden verhängt. 1718 mussten sich alle Zuckerproduzenten lizenzieren lassen.
Trotz dieser Einschränkungen vergrößerte sich im Bundesland Minas Gerais die Zahl der Hersteller. 1739 wurde der Verkauf von Cachaça durch weibliche Verkäuferinnen verboten. Aber auch das ließ die Cachaça-Quellen nicht versiegen...
1739 wurde es ein portugiesisch-königliches Privileg die Lizenzen zur Cachaça-Herstellung vergeben zu dürfen. Die gesamten Restriktionen blieben bis 1827 in Kraft: erfolglos - Dom Pedro I. hob sie auf...
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