TOP 20: Seleta und Boazinha auch 2014 unter den besten Cachaças

Auch 2014 ist wieder ein Jahr, in dem der Seleta zu den besten Cachaças gehört.

Im September 2014 waren 4124 Cachaça-Marken im Landwirtschaftsministerium offiziell registriert. Rund 25.000 Hersteller produzieren in Brasilien entweder allein oder in Cooperativos und einige mehr produzieren auch ohne Genehmigung.

Die Jury 'Cúpula da Cachaça' wählte von den 4124 registrierten Marken 250 Cachaças aus, die zugegebenermaßen hohe Qualitätsanforderungen  erfüllen mussten. So wurde die Spreu vom Weizen getrennt. Pitû, 51, Velho Barreiro, Lanius, und Delicana findet man nicht unter den 250 auserwählten Sorten. Nach eingehender Analyse wurde die Auswahl für das große Finale auf 20 Sorten reduziert, zu denen auch Boazinha und Seleta gehören.

Was auffällt, ist, dass die globalen Marken, die im Supermarkt zu finden sind, nicht den Anforderungen der Jury bezüglich der Qualität entsprechen. Dank der Globalisierung kann eine Marke heute weltweit vertrieben werden. Damit einher geht zwangsweise die Massenproduktion, die nach Effizienz und schnellen Herstellungsverfahren verlangt, um billig anbieten zu können. Dank der großen Mengen lassen sich die Kosten deutlich senken, dazu bedarf es aber industrieller Herstellungsverfahren.

Das heißt man braucht einen Rohstoff, der in erster Linie viel Saft liefert. Bei Cachaça also Zuckerrohr. Wichtig ist, dass der frische Saft schnell verarbeitet werden kann. Man setzt also Turbohefen ein, die die Gärzeit auf 4 bis 6 Stunden reduzieren und den Alkoholgehalt des "Weines" auf bis zu 20% erhöhen. Aromen können bei dieser Geschwindigkeit kaum aufgeschlossen werden - was den Vorteil hat, dass man auf aromenreiche Zuckerrohrsorten verzichten kann. Die anschließende Destillation im kontinuierlichen Verfahren erfolgt in Edelstahlkolonnen. Innerhalb kurzer Zeit ist der Cachaça entstanden, der fast frei von Aromen ist, dafür aber auch fast nichts kostet. Im schlimmsten Fall wird auf die Reifung in Holzfässern verzichtet und  stattdessen Karamell und Zucker eingesetzt. Ein Liter kostet in der Herstellung weniger als ein Euro.


Bei den industriellen Spirituosen, ähnelt sich die Herstellung. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Whiskey, Rum oder Cachaça handelt. Lediglich der Basisrohstoff variiert. Bacardi, Johnny Walker und Aperol sind globale Marken geworden, die heute in jedem Supermarkt zu finden sind. Pitû war der erste Cachaça in Deutschland und ist auch heute noch der Cachaça mit dem höchsten Absatz.

Wie gelingt es aber eine Spirituose herzustellen, die die Gaumen qualitätsverwöhnter Juroren begeistert? Die Fazenda Seleta produziert ausschließlich auf traditionelle Weise - betont der Inhaber Antônio Rodrigues. Aber was heißt das?

Das beginnt beim Anbau spezieller Zuckerrohrsorten, nicht nur auf die zu produzierende Saftmenge optimiert werden, sondern vielmehr auf die Aromatik des Saftes. Die Ernte erfolgt ohne Einsatz von Feuer, um das Zuckerrohr nicht durch Hitze zu beschädigen. Der Saft des Zuckerrohres wird mit natürlichen Hefen vergoren, um damit auch die wichtigen Aromastoffe erschließen zu können. Dieser Prozess dauert ungefähr 4-mal länger als mit Turbohefen. Der entstandene Wein wird zeitintensiv in Kupferbrennblasen destilliert. Dazu gehört die Trennung des Destillates in drei Teile. Vor- und Nachlauf sind nicht brauchbar - nur der Mittelteil findet Verwendung und darf dann noch mindestens 2 Jahre in Holzfässern ausruhen, bevor er in Flaschen abgefüllt wird.

In Brasilien heißt es: „ Ein guter Cachaça ruht mindestens 3 Monate, bevor er in Flaschen abgefüllt wird.“ - Ein Luxus, der industriellen Destillaten meist vorenthalten wird. Durch die Lagerung finden Veresterungs- und Oxidationsprozesse statt, die den Geschmack der Spirituose merklich verändern - sie verlieren ihre Aggressivität und werden weicher.

Seleta und Boazinha sind nicht die billigsten Cachaças und auch nicht die, mit der größten Herstellungsmenge - aber auf vorderen Plätzen zu finden, wenn es um Geschmack geht. Sie spielen in einer anderen Liga. Beim GERMAN RUM FESTIVAL 2014 gewann ebenfalls ein Cachaça artesanal. Der SALIBOA wurde mit GOLD ausgezeichnet.

Seleta: Schirme gibt es woanders - Wir können nur Cachaça

Das Einmaleins der Cachaça-Herstellung beherrscht man in der Brennerei Seleta & Boavista im Schlafe. Die Feinheiten und Raffinessen hat man sich in Zusammenarbeit mit dem ersten Cachaça-Institut Brasiliens erarbeitet. In Salinas, der Hauptstadt Brasiliens - wenn es um Destillate aus Zuckerrohr geht - hat sich eine eingeschworene Gemeinde gebildet, die ausschließlich traditionelle Methoden für die Cachaça-Herstellung verwendet. 
Industrielle Methoden lehnte man von Anfang an ab. Als in den 70iger Jahren die Produktion vereinfacht werden konnte und Technik es ermöglichte, große Mengen zu produzieren, hielt man an der langsamen Gärung fest und verwendete weiterhin die bewährten Kupferbrennblasen zur Destillation. 

Auch das Zuckerrohr erntet man heute noch mit der Hand, obwohl es mittlerweile Maschinen dafür gibt. Der Vorteil der Ernte mit der Hand ist, dass das Zuckerrohr umgehend ausgelesen werden kann - also nur gesundes und reifes Zuckerrohr zum Auspressen verwendet wird.
Als in Brasilien billige Industrieware die Supermärkt eroberte, setzte man Qualität gegen die niedrigen Preise. Hatten die kleinen traditionellen Brennereien früher ihren Cachaça nur regional verkauft, bekamen sie nun Druck von überregionalen Massenproduzenten, für die es notwendig war, größere Absatzgebiete zu schaffen, um die produzierte Menge auch verkaufen zu können. Dadurch entstand ein enormer Preisdruck. Viele kleinere Brennereien konnten im Wettlauf um den günstigsten Cachaça nicht mithalten und mussten die Produktion einstellen. Der Preisdruck führte zu immer weiteren Kostensenkungsmaßnahmen. Cachaça wurde nicht mehr in Holzfässern gereift, stattdessen wurden Holzpallets verwendet und statt der langsamen Gärung, wurden Turbohefen eingesetzt, die 4-mal schneller Alkohol entwickelten. Letztendlich sank die Qualität und der Preis.

Eines dieser Industrie-Beispiele ist Pitú - ein Cachaça, der 1972 erstmalig auf dem deutschen Markt angeboten wurde. Um ihn bekannt zu machen, setzte der Importeur in Deutschland auf die Caipirinha. Das heißt man brauchte neben Limetten auch viel Zucker, der natürlich so billig wie möglich sein sollte. Da der braune billiger als der originale weiße Zucker war, führte man in Deutschland die Caipi entgegen den brasilianischen Ursprüngen mit braunem Zucker ein - und manch einer glaubt auch heute noch, dass der braune Zucker das Original sei.
Im Zuge der Massenproduktion wurde Marketing immer wichtiger. Der Verkauf von industriellen Spirituosen wird mit riesigen Werbefeldzügen begleitet - Schirme, Barmatten, Gläser und Cocktailwettbewerbe werden kreiert, die den Wert der Spirituose in den Hintergrund rücken lassen. Geschichten, werden gestrickt, bei denen man nicht weiß, ob sie wie bei Jack Daniels Märchen sind oder es werden Werbeaussagen wie im Fall von Zacapa gemacht, die schon die Legalität verlassen haben.

Seleta kann es sich hier einfach machen. Da man nach wie vor Holzfässer für die Reifung einsetzt und Reinhefen verwendet, die mehr Aromen erschließen als jede Turbohefe, kann man auf die Qualität des Produktes setzen. Die Verkaufsbotschaft ist dann auch ganz einfach: Lass die Leute probieren: wenn es schmeckt, dann werden sie es kaufen. Wer also einen authentischen Cachaça probieren möchte, dem sei der Seleta auf ehrliche Weise empfohlen. [Google-Suche]


Der Geist der Caipirinha

"Der Geist der Caipirinha - Eine kleine Kulturgeschichte des | Freistil | Deutschlandfunk" http://feedly.com/k/1g8MRzh

Summer time - Cachaça time

Summer time - Cachaça time... das Rezept lässt sich mit wunderbar erweitern... wie wäre es mit Waldmeister oder Sanddorn?

Double Gold - Cachaça LEBLON

Leblon darf gratuliert werden. Der "global" Brand-Ambassador Philippe Mille von LEBLON verkündete durchaus mit Stolz, dass LEBLON die Auszeichnung „Best in Show“ und „Double Gold“ bei der World Spirits Competition in San Francisco 2013 gewonnen hat!
Darüber hinaus gewann auch der Cachaça „Reserva Especial" eine Goldmedaille! (Zur Erinnerung: Die Reserva Especial gewann „Double Gold“ im letzten Jahr).
"Dies ist ein großes Jahr für LEBLON" so Philippe Mille. Es war nicht leicht, diese Preise zu gewinnen. Denn die World Spirits Competition ist eine Blindverkostung, kein Schönheitswettbewerb! In acht aufeinander folgenden Jahren hat LEBLON mittlerweile Gold erhalten.
LEBLON macht seinen eigenen Cachaça und engagiert kein Lohnhersteller wie viele andere - der Cachaça kommt aus dem Herzen von Minas Gerais, der herausragenden Cachaça Region Brasiliens.

Daher einen herzlichen Glückwunsch an das Team in Patos de Minas, das unermüdlich arbeitet um zu schneiden, quetschen, gären, destillieren, reifen und zu blenden, um dann den besten Cachaça in Flaschen füllen zu können.
Die Auszeichnungen sollte den Mitarbeitern Bestätigung für ihren Einsatz sein. Es ist die erneute Anerkennung für ihre Qualitätsarbeit - und das Jahr für Jahr.
Als Genießer kann man sich der Jury nur anschließen und sagen: muito obrigado!

Cocktail =ich=



=ich=

5 cl Cachaça Putumujú
1 cl Passion Pure (Monin)
2 Bl Feigensenf-Sauce
2 Dash Orange-Bitter

Die Zutaten kräftig auf Eis shaken und durch ein Sieb ins Gästeglas abseihen.

Dieser Cocktail ist eine spontane Kreation des Barkeepers Michael Seydel aus der Rostocker Bar "Zwanzig12", das am alten Hafen im renovierten Wittespeicher Modernität mit Speicherhaus-Ambiente vereint.

Dort wo Herr Witte 1871 erstmalig Coffein in kristalliner Form herstellte, führt heute Robert Plath ein Restaurant, das durch seine Speisen und Getränke ebenso über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde, wie die ehemalige Manufaktur.

So wie Herr Witte damals an der Produktion von Coffein und Pepton arbeitete und Weltmarktführer wurde, tüftelt heute Michael Seydel hinter dem Tresen an Cocktails. Wie damals wird gerührt, geschüttelt und probiert. Die heutigen Zutaten sind hochprozentiger und erlesener und natürlich fehlt auch nicht die brasilianische Nationalspirituose.

Winter-Caipirinha

Caipirinha im Winter

mit Nelken, Vanille, Zimt, Sternanis, Orange, Kardamom....

Der einfachste Weg zur Winter-Caipirinha führt über einen selbstgemachten Sirup. Geht ganz einfach: Einen Liter Rotwein zusammen mit 2 kg Zucker, etwas Orangensaft und Wintergewürzen erhitzen, abkühlen lassen und in Flaschen abfüllen. Aufwand 15-20 Minuten.

Anstelle des Zuckers nimmt man für die Winter-Caipirinha den Sirup.... und fertig ist der Partydrink für den Winter...

Das Glas noch mit einer Orangenzeste dekorieren...

Die Idee zur Wintercaipirinha stammt aus der Berliner Booze-Bar. Dort haben die Barkeeper Lutz und Roman diesen Cocktail mit dem Leblon-Cachaça kreiert. Der Sirup stammt vom eigenen Herd.

Wohl bekomm's

Leise rieselt der Schnee.... und was gibt es zu trinken? Glühwein?

Der allgegenwärtige Glühwein - so scheint es - ist einfach zuzubereiten und wird wohl deshalb auch in rauen Mengen angeboten. Aber: wird die Mischung zu heiß, verflüchtigen sich die Aromen oder werden bitter. Wenn auch noch Weine verwendet werden, die einen hohen Säureanteil besitzen, kämpfen viele mit Sodbrennen und der  Genuss bleibt auf der Strecke. Da hilft es auch nicht, diese Mischung extensiv mit Spirituosen zu "verstärken". Der Kater am nächsten Tag ist Lohn.

Ätherische Öle sind in Gemischen aus Alkohol und Wasser recht instabil - in den Sterne-Küchen dieser Welt geht man deshalb mit Kräutern und frischen Zutaten besonders sorgsam um. Auf den Jahrmärkten und Skihütten bleibt dagegen wenig Zeit: Nelken, Zimt und Vanille werden drangsaliert bis sie nach Holz schmecken, Orangenschalen schwimmen im Sud, bis die Bitterstoffe auch alle im Glas sind.

Was also dann?

Wie wäre es mit einer Mischung, die problemlos zu erhitzen ist und dann je nach Lust und Geschmack ergänzt werden kann mit aromatragenden Stoffen.

Hans W. Mehster kreierte in Brasilien solch eine Mischung - als Mittel gegen eine Erkältung, dass ihm auch noch schmecken sollte. Er mischte also sein Schnäpperken mit Kräutern, Limette, Honig und natürlich Cachaça zu einem Likör, an dem er selber viel Gefallen fand. Später fanden dann auch seine Freunde und die Stammkneipe "Philadelphia" Gefallen an dem deutschen "Schnäpperken" - was allerdings keiner so richtig aussprechen konnte. Aus dem "Schnäpperken" wurde dann ganz brasilianisch "Xiboquinha". 

In seinem Likör sind die Aromen enthalten, die hitzeempfindlich sind. Für einen "Glühwein" muss man deshalb nur den Saft erhitzen und zum Trinken mit dem "Xiboquinha" ergänzen.

Vorschlag: 4 Teile Saft (Apfel, Kirsche, Orange oder Heidelbeere - am besten gleich mehrere Varianten) und einen Teil Xiboquinha



Legalized Cachaça: Cachaça ist Cachaça und kein Rum


Legalized Cachaça - Die Institution, die vorschreibt, welche Spirituosen unter welchen Bedingungen in die USA eingeführt werden dürfen - das Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau (TTB) hat Cachaça legalisiert. Mit der Veröffentlichung einer endgültigen Fassung der Einfuhrvorschriften wird Cachaça als unverwechselbare Brasilianische Spirituose in den USA anerkannt.

LEBLON kämpfte regelrecht für diese Bestätigung - sammelte Unterschriften, warb in den Social Medias um Anerkennung und organisierte Kundgebungen und Events. 300.000 Unterschriften wurden dem US-Kongress in einer Petition übergeben. Mit diesen Bemühungen ging es auch um die Identifizierung mit dem brasilianischen Life-Style.

Bisher musste Cachaça in den USA als Rum deklariert werden - als brasilianischer Rum. Da aber erlebbare Unterschiede zum Cachaça bestehen und kein Brasilianer seine Nationalspirituose als Rum bezeichnet, sollte Cachaça auch als eigenständige Spirituosengattung eingestuft werden. Dies ist nun dank der vielen Unterstützer erfolgreich geschehen.

"Now that the U.S. government has recognized Cachaça, it's time for the world to discover what it means to be Brazilian" erklärt der Gründer von LEBLON Steve Luttmann. Nachdem dieser Erfolg kräftig gefeiert werden wird, darf man also gespannt sein, wofür LEBLON jetzt seine Energie verwendet.

Saudé

Oscar Niemeyer - Vater der architektonischen Moderne und Betonbändiger

Brasilia ist die Stadt, die man sofort mit seinem Namen in Verbindung bringt. Zusammen mit Lucío Costa wurde die neue Hauptstadt Brasiliens in atemberaubender Geschwindigkeit erschaffen. Seine Vorstellungen musste er quasi über Nacht am Zeichenbrett umsetzen. Beim Alvorada Palace hat er dabei ein bogenförmiges Dach mit bogenförmigen Trägern entworfen - solche Elemente hatte noch nie jemand vorher umgesetzt - bahnbrechend.

"Form follows Function" war für ihn fremd. Seine Linien sollten organisch und ästhetisch sein. Geschwungene Linien hängen so auch symbolträchtig als Schwarzweißphotos in Form von Frauen über seinem Schreibtisch in Rio de Janeiro.

Die strenge Orthogonalität moderner Architektur der Nachkriegszeit erweiterte er um Kreis und Kurve. Einige seiner Gebäude waren so nur schwer zu benutzen. Das Nationalmuseum in Brasilia, wird wohl nie Meisterwerke ausstellen können, weil die Architektur keine Thermik ermöglicht, die empfindlichen Gemälden gerecht werden könnte. Für das Museum Arte contemporanea in der Bucht von Rio de Janeiro wurde er gebeten, nicht nur geschwungene Wände zu entwerfen - man wolle schließlich auch Bilder aufhängen.

Wenn man den Wald sieht, sieht man nicht nur die Bäume, sagt Niemeyer, sondern auch das Dazwischen.  Zwischenräume sind seine gestalterischen Stilelemente. Auf die Räume zwischen Pfeilern und Streben kommt es ihm an. Dabei strapazierte er Beton bis an die Schmerzgrenze. Die Statik seiner Werke scheint die Schwerkraft zu besiegen - leicht und schwebend wirken sie oft.

Das UNO-Hochhaus in New York stammt von ihm und Le Corbusier, mit dem er oft zusammen arbeitete.

Nach dem Militärputsch 1964 wurde Niemeyer ins Exil gedrängt. Ihn, das Mitglied der Kommunistischen Partei, zu verhaften trauten sich die Putschisten nicht. Niemeyer ging nach Frankreich, baute in Italien und Algerien. 1982 kehrte er nach Brasilien zurück. In den USA hatte er Einreiseverbot.

In Berlin entwarf er das Interbau-Wohnhochhaus 1957. In Potsdam entwarf er 2005 ein Freizeitbad am Brauhausberg, dass aber aufgrund mangelnden Geldes nie realisiert wurde.

Niemeyer ist sich treu geblieben. Er war und ist Sozialist, er hasst Typen wie George W. Bush, und er liebt noch immer die Frauen, denen er in so vielen seiner geschwungenen Bauten ein ums andere Mal ein unsterbliches Denkmal gesetzt hat. Mit 99 hat er zum zweiten Mal geheiratet. Sein Fazit nimmt nicht wunder: Das wichtigste im Leben sind allein „Die Frauen“. Sonst Nichts.

Er starb 10 Tage vor seinem 105. Geburtstag im Krankenhaus von Botafogo in der Stadt, in der auch geboren wurde.


LEBLON - ein Cognac Master Destiller in Brasilien

Das Geheimnis von LEBLON: die Verwendung von frischestem Zuckerrohr, die dreifache Filterung, die Reifung in XO-Cognac-Fässern?
Mestre Gilles hat es im französischen Cognac gelernt, Meisterwerke entstehen zu lassen. Er destillierte Cognac und ließ ihn  in wertvollem Limousin-Holz reifen.

In Brasilien griff er zum Zuckerrohr und beschäftigte sich mit den Feinheiten, den rauhen Methoden und den überlieferten Traditionen der Herstellung der Nationalspirituose. In aller Ruhe und mit aller Konsequenz verband er traditionelle Methoden Brasiliens mit kreativen europäischen Techniken. Die ehrwürdige Brennerei verwandelte sich unter seiner Ägide in eine state-of-the-art Destillerie "Maison Leblon" der neusten Generation.

Im Cachaça des Mestre Gilles, der nach dem Strand LEBLON von Rio de Janeiro benannt ist, vereinen sich französische Raffinesse und brasilianische Leidenschaft in einer Symbiose aus Cognac-Aromen und weichen Zuckerrohrnoten.

Ihm, dem berühmten Master-Destiller aus der Cognac-Region, gelingt es  Cachaça mit einem französischen touch auf ein außergewöhnliches Level zu heben. Dazu verwendet er ausschließlich mit der Hand geerntetes Zuckerrohr und destilliert es stets nur kleine Mengen in Kupferbrennblasen. Das Destillat erhält ein ultra-sanftes Finish in XO-Cognac-Fässern, die vor der Abfüllung miteinander vermählt werden.

Display-400x400-LeblonDer Gewinn der Gold-Medaille bei der World-Spirits-Competition in San Francisco in diesem Jahr bestätigt bereits zum wiederholten mal die außergewöhnliche Qualität. Der Cachaca, der auch schon in Frankreich und Großbritannien begeistert, ist jetzt auch in Deutschland erhältlich. JERICOA importiert ihn direkt aus des Meisters Hand.

Wenn Gilles nach dem Geheimnis seines Cachaças gefragt wird, dann verweist er auf die Verwendung von frischestem Zuckerrohr, die dreifache Filterung, die Reifung in XO-Cognac-Fässern und noch manch anderem Detail... Aber wahrscheinlich ist es die Leidenschaft des  Brennmeisters, der der Welt das Potential von Cachaça zeigen will.

SALIBOA - der stärkste Cachaça Deutschlands - nur eine Rarität


Falls man in Salinas, der "Hauptstadt des Cachaças" unterwegs ist, und auf einen älteren Herren mit Rauschebart, großem Hut und einem Zweig hinter dem linken Ohr trifft, der auf einem Maultier durch das Zentrum reitet, dann ist man mit ziemlicher Sicherheit auf Antônio Rodrigues, den Produzenten der gefragtesten Cachaças Brasiliens: SELETA, BOAZINHA und SALIBOA gestoßen.

Antônio Rodrigues steckt seine ganze Leidenschaft in Cachaça. Obwohl seine Destillerie mittlerweile zu einer der renommiertesten in Brasilien zählt, kreiert er nach wie vor neue Cachaçasorten. Mit diesem Enthusiasmus entstand auch der SALIBOA.

Der Individualist Antônio Rodrigues lud Kollegen und Koryphäen seiner Zunft ein und nahm sich mit ihnen die Zeit, einen Cachaça zu entwickeln (und natürlich auch zu probieren), der einen ganz eigenen Charakter besitzt.

Der SALIBOA reift mehrere Jahre in kleinen Fässern aus Ipê-amarelo-Holz, das mit dem Wirkstoff Lapachol an Lapacho-Tee erinnert und mit süßlichen Noten von Vanille und Karamell aufwartet. Es wird auch als Medizin verwendet und besitzt einige Mineralstoffe. Untersuchungen belegen, dass das Lapachol das körpereigene Abwehrsystem stärken kann. Dieser Cachaça besitzt Eleganz, einen besonderen Geschmack und einen einzigartigen Charakter.

Selten überwindet dann so ein Cachaça die Tore der Fazenda und darf verkauft werden. Einige wenige Flaschen haben sogar die Erlaubnis bekommen, den Weg nach Deutschland antreten zu dürfen. Ein Privileg das der BOAZINHA beispielsweise noch nicht erhielt. Da der SALIBOA aber in 600 ml-Flaschen abgefüllt wurde, darf er in Deutschland nicht gehandelt werden - er wird wohl nur unter der Hand weitergereicht werden... Er ist mit seinen 45,5 % Alkohol nicht nur der stärkste Cachaça, er ist auch eine ganz besondere Rarität in Deutschland.

Dank Antônio Rodrigues ist guter Cachaça  nicht mehr nur ein Privileg für Brasilien.

Batidas - mehr als nur Kokos

Aus der Heimat des Cachaças kommt nicht nur der weltweit meist getrunkene Cocktail - die Caipirinha. Es wird mindestens genauso oft auch zu einer Batida gegriffen. Sie ist aus dem Alltag der Brasilianer genauso wenig wegzudenken, wie Samba oder das Girl von Ipanema. Batida heißt auf portugiesisch-brasilianisch geschlagen - das Wort leitet sich von „bater“  - schlagen - ab.

Was macht aber eine Batida aus?


Sie besteht immer aus Cachaça und Fruchtsaft mit einem eher niedrigen Alkoholgehalt. Je nach Geschmack wird noch Zucker hinzugefügt. Eisgekühlt dient sie als Erfischung.

Da die Zutaten in Brasilien allesamt sehr günstig und in bester Qualität verfügbar sind, wird die Batida typischerweise frisch zubereitet angeboten. Die Frische ist es auch, die eine Batida ausmacht. Jörg Kalinke von drinkmix - die Welt der Getränke - empfiehlt deshalb die Verwendung frischer Zutaten, möglichst mit 100 % Fruchtgehalt. Bei einem Cachaça-Tasting von JERICOA verwendete er deshalb auch den Saft einer frischen Kokosnuss und nicht den aus Dosen.

Die bekannteste Batida hierzulande ist die Batida de Côco, ein industriell hergestellter Likör aus Cachaça, Kokosnusscreme, Sahne und Zucker, die 1978 erstmalig angeboten wurde.  Seit einiger Zeit ist die "Batida de Côco" eine deutsche Handelsmarke und gehört zur Firma Henkell & Co. Sektkellerei KG. Auf der Website www.batida.de findet man dann auch nur Informationen zu diesem Produkt.

Varianten

Auch wenn in Deutschland das Klima die Vielfalt der Säfte einschränkt, lassen sich viele Varianten zaubern. Der Kreativität sind fast keine Grenzen gesetzt. Beliebte Variationen in Brasilien entstehen durch Hinzugabe von Minze oder aber auch von gesüßter Kondensmilch. Allerdings sollte man darauf achten, dass der Charakter einer Batida erhalten bleibt und nicht als beliebiges Allerlei endet.

Brazilian Rose

6 cl Leblon Cachaça
9 cl Guavensaft
Splash Triple sec

Die Zutaten mit Eis kräftig shaken und in ein Cocktailglas abgießen.

Zuckerrohr statt Korn

Paraty - Zuckerrohr statt Korn

Der PARATY verkörpert die klassische Tradition der kräftigen puren Destillate, der Ort dessen Name der Cachaça trägt, entwickelte sich vor rund 200 Jahren zur Metropole für die Zuckerrohr-Verarbeitung. Damals hieß es: "Zuckerrohr statt Korn".

Noch 1908 wurde die Ortsbezeichnung "PARATY" als Synonym für brasilianische Zuckerrohr-Destillate in einem holländischen Wörterbuch aufgeführt - und noch heute heißt es: "vamos tomar uma Paraty - gehen wir einen PARATY trinken".

Saúde - Prost

Rum oder Cachaça - Zacapa 23 oder Engenho Bahia Putumujú

Rum oder Cachaça - Zacapa 23 oder Engenho Bahia Putumujú

Am 5. August stehen im Kölner Ona Mor Tiki-Drinks ganz besonders im Fokus. Um 1930 kam man auf die Modeerscheinung „Tiki“. Aufwändige Schnitzereien polynesischer Ahnenfiguren wurden en vogue und infizierten die Gastronomie-Szene. Tiki-Bars schossen aus dem Boden und griffen in ihren Cocktails die Lebensfreude der Südsee auf.

Charmant wirken auch heute noch die Tiki-Mugs (Becher), die so etwas wie die Cocktailgläser der ersten Stunde sind. Sie sind den Ahnenfiguren der Inselbewohner nachempfunden und ausgehöhlt, um möglichst große Mengen flüssiger Leckereien aufnehmen zu können.

Einer der Highlights an diesem Abend im Ona Mor ist der Cocktail IZZZ. Dieser Drink von Ralf Schumacher entwickelt, der angenehm fruchtig, leicht süßlich und frisch ist und sich sehr entspannt trinken lässt, greift die Gelassenheit und Freundlichkeit der Südsee auf. Da zu dieser Zeit viele die Ansicht vertraten, dass die Cocktailrezepte das eigentliche Kapital einer Bar seien, wurden Rezepte auch nicht mit anderen geteilt.

Aber zum Glück ist Alessandro vom Ona Mor kein Geheimniskrämer wie der Erfinder des „Zombie Cocktail“, Don the Beachcomber.

Die Basis sind:
  • 2cl Orgeat
  • 5cl frischer Orangensaft
  • 1 Hand voll Kolakraut
  • Topping: Vanilleschaum

Der Clou ist aber die verwendete Spirituose - es kann zwischen 4cl Cachaça Engenho Bahia Putumujú oder dem Rum Zacapa 23 gewählt werden.

Die Zutaten werden kräftig gerührt und das Kolakraut vorsichig mit dem Rührlöffel angedrückt. Danach werden die Zutaten ohne das Kolakraut mit viel Eis kräftig geshaked, in ein gefrostetes Sourglas abgeseiht und mit einer dünnen Schicht Vanilleschaum bedeckt.

Das Girl von Ipanema wird 50

Die Homage an die schönen Frauen (Brasiliens) feiert Geburtstag - vor 50 Jahren wurde das Lied "A Garota de Ipanema" vom Komponisten Tom Jobim und dem Dichter und Gitarrist Vinícius de Moraes geschaffen.

Schon nach den ersten Tönen summen die meisten Menschen mit: "olha que coisa mais linda, mais cheia de graça - schau mal, was für ein schöner Anblick, mit so viel Anmut". So beginnt das Lied "Girl from Ipanema".

Heloísa Eneida Menezes Paes Pinto, die an der Bar "Veloso" in Ipanema, dem Künstlerviertel, an einem sonnigen Tag vorbeischlenderte, zog die bewundernden Blicke auf sich und ließ die Herzen der beiden Freunde Tom und Vinícius höher schlagen, die wie so oft ihre Kaltgetränke genossen. Helô war damals 17 Jahre alt und wohl auf dem Weg zum Strand. Sie wurde zur Inspiration für einen der weltweit bekanntesten Songs des Bossa Novas.


Mit einer schüchtern gesungenen New Yorker Aufnahme auf der LP Getz/Gilberto von 1963 trat der Song seinen Siegeszug um die Welt an und nahm dabei ein Stück von Brasiliens Seele mit auf die Reise. Interpreten wie Frank Sinatra, Diana Krall, Louis Armstrong, Caterina Valente, Ella Fitzgerald, Nat "King" Cole und auch Amy Winehouse sangen diesen Titel. Die Herausforderung des Stückes besteht für Interpreten weniger im Tonumfang, sondern in seiner selbständigen Melodieführung. Der klangliche Reiz des schlichten Dreiton-Motivs zeigt sich in dem vieldeutigen Spannungsverhältnis aus Melodietönen und begleitenden Akkorden.

Die Musiker des Bossa Nova begriffen ihren Stil als betont urbane, intellektuelle und „coole“ Weiterentwicklung älterer Formen des Sambas. Dazu entwickelten sie einen neuartigen (und als sehr provokativ empfundenen), leisen Gesangsstil, der so wirken sollte, „als ob man dem Zuhörer ins Ohr flüstere“. Gerade Gilberto wandte sich gegen den dramatischen oder pathetischen Gestus der Popmusik seiner Zeit: „Der Text darf nicht von Tod, Blut oder Dolch sprechen“.[19]

Die traditionelle Zweiteilung des Rhythmus in einen „leichten“ und einen „schweren“ Beat pro Takt wurde vom Samba übernommen. Die überraschend harmonischen Auflösungen der Motive wie bei dieser Hymne des Bossa Nova, führten dazu, dass neben dem Jazz die Musik des Impressionismus als Haupteinfluss des Bossa Nova gilt - und in der Tat hatte Jobim in seiner Jugend viel Zeit mit dem Studium von Claude Debussys und Maurice Ravels Klaviermusik verbracht.[10]

Helô - heute 67 Jahre - moderiert im brasilianischen Fernsehen Shows und trat früher in einigen TV-Soaps auf und wurde mehrmals im Playboy abgelichtet, letztmals 2003 mit ihrer Tochter. Sie betreibt heute auch das Modelabel "Garota de Ipanema".

Jobim und Moraes offenbarten ihr erst 2 Jahre später, dass sie die Inspiration für das mittlerweile berühmte Lied gewesen war. Die Frau von Gilberto - Astrud - sang dann das Lied, dass Weltruhm erlangte - auch wenn es für eine andere Frau bestimmt war. Über 200 Versionen existieren heute - und es ist damit das meist gecoverte Lied der Welt - nach "Yesterday" von den Beatles.

Saúde

Reifung - fernab erhöhter Strahlung

Vor einigen Tagen wurde hier berichtet, dass brasilianische Wissenschaftler an einer Methode arbeiteten, Spirituosen reifen zu lassen, die weniger zeitaufwändig ist. Mit Hilfe radioaktiver Strahlung konnte die Reifungszeit verringert werden.

Wie aber wird sonst in Brasilien eine Spirituose, die voller Temperament die Kupferbrennblase verläßt, gezähmt?

Unter Brennmeistern ist anerkannt, dass eine Temperatur von mehr als 30°C kontraproduktiv für die Reifung ist. Rio de Janeiro, direkt am Meer gelegen, hat tagsüber eine Durchschnittstemperatur von 27,2° - das Maximum wurde mit 43,2°C gemessen. Weiter nördlich in Manaus, im Amazonas sind es am Tag durchschnittlich 31,4°C. Brasilien - bekannt für sein heißes Pflaster - bietet also keine berauschenden Vorraussetzungen zur Lagerung von Spirituosen. Zumal auch Temperaturschwankungen während des Lagerns vermieden werden sollen, um die Sprirituose stressfrei lagern zun können.

Aufgrund der hohen Temperaturen in Brasilien reift ein Cachaça wesentlich schneller - es gilt die Faustregel, dass ein Whisky, der in Schottland etwas mehr als 3 Jahre lagert, in Brasilien den gleichen Reifegrad bereits nach einem Jahr erreicht.

weitere Infos: SERRA DAS ALMAS
Auf der Fazenda Vaccaro, auf der der erste zertifizierte BIO-Cachaça Brasiliens, der SERRA DAS ALMAS hergestellt wird, greift man auf einen Baustoff zurück, der Wärme speichern kann und wasserdurchlässig ist: Lehm. Aus besonders großen Lehmziegeln wurden die Lagerhallen mit einer Wandstärke von fast einem halben Meter gebaut. So werden Temperaturschwankungen minimiert. Aber viel wichtiger ist, dass aufgrund der Wasserdurchlässigkeit der Lehmziegel es möglich ist, Verdunstungskälte entstehen zu lassen. So lagern die Garapeira-Fässer wohltemperiert am Fuße der Chapada Diamantina. 

Unverwüstlich und wohl in der Art einzigartig ist die Reifung auf der Fazenda Boa Vista, der ältesten Destillerie Brasiliens. Hier wird der CORONEL XAVIER CHAVES in über 200 Jahre alten Granittanks gereift, die per Hand in das Gestein geschlagen wurden. Granit ist vulkanischen Ursprungs und weist eine natürliche Radioaktivität auf, die wie Wissenschaftler festgestellt haben durchaus förderlich für die Reifung sein kann.
weitere Infos: CORONEL XAVIER CHAVES

Viele Produzenten lassen den Cachaça in Holzfässern reifen, die den Geschmack weiter verändern - eine Methode, die der Purist Rubens Chaves ablehnt. Für einen reinen unverfälschten Cachaça setzt er auf seine Steintanks, die unterirdisch nur minimalen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind. So lagert das Destillat sanft und kann "ausruhen", wie man in Brasilien sagt.

In komplexen biochemischen Vorgängen entstehen so  feinste Destillate - auch in weniger günstigen Lagen.

Cachaça artesanal versus industrial

Ein kurzer Film über den Unterschied zwischen Cachaça artesanal und dem industriellem Zuckerrohrdestillat. Gefunden auf www.jericoa.eu. In 9:14 Minuten wird auf portugiesisch der Unterschied gezeigt.

Die Reifung von Spirituosen - ohne langwierige Fasslagerung


Wer Spirituosen liebt, weiß, dass selbst die kurze Lagerung unverzichtbar ist, um eine ordentliche Qualität zu erhalten. Ein guter Cachaça - so lautet eine  unbelegte Weisheit -  ist der, der in Holzfässern reift. Während der Reifung sorgen chemische Prozesse für eine Veränderung des Charakters und des Geschmacks, die das Destillat letztendlich auch wertvoller machen. Nur ist die Lagerung sehr zeitaufwändig.

Wie also wäre es, so fragten sich Wissenschaftler der größten Universität Brasiliens USP, wenn man den Geschmack der Sprituose so verändern könnte, dass man auf die zeitaufwändige Reifung verzichten oder sie zumindest reduzieren könnte?

Wissenschaftler des Zentrums für Nuklearenergie in der Landwirtschaft (Centro de Energia Nuclear na Agricultura (Cena), der Universität São Paulo, gingen der Frage nach  und entdeckten, dass die Radioaktivität als Alternative zur traditionellen Reifung in Holzfässern genutzt werden kann.

Die Untersuchung ergab, dass eine relativ niedrige Dosis von 0,3 Kilogray den Reifungsprozess wesentlich beschleunigen kann. "Wenn man die üblichen Parameter zugrunde legt, entsteht so ein Cachaça, der dem nach traditionellen Methoden gereiften in nichts nachsteht." sagt der Koordinator der Studie, Professor Valter Arthur.

Ein Vorteil der Reifung durch die Strahlung ist die Reduktion von Aldehyden, die für die Kopfschmerzen nach dem exzessiven Genuss verantwortlich sind.

Das einzig ungewöhnliche an dieser Methode ist, dass ein Cachaça entsteht, der wie ein gereifter Schnapps schmeckt, aber nicht so aussieht. Es fehlt die goldene Färbung, die die (brasilianischen) Liebhaber der Nationalspirituose mögen.

Wem das jetzt zu abgefahren erscheint, dem sei gesagt, dass die Behandlung von Lebensmitteln mit ionisierenden Strahlen derzeit in ca. 40 Ländern zum Zwecke der Konservierung von Lebensmitteln und der Verringerung von lebensmittelbedingten Infektionen angewendet wird. Hinzu kommt vor allem in den USA die Insektenbekämpfung bei Obst zur Erfüllung der Quarantänevorschriften. Im Bereich der Europäischen Union findet eine nennenswerte kommerzielle Lebensmittelbestrahlung in Belgien, Frankreich, und den Niederlanden statt. Für die Haltbarkeitsverbesserung von Frischfisch und Erdbeeren wird beispielsweise die 10fache Menge der Strahlung verwendet.

Zwei Qualitäten für den teuersten Cachaça der Welt!

Auf dem Bild links ist kein Cognac und auch kein Whisky zu sehen - es ist Cachaça. Es ist der teuerste Cachaça der Welt, wie Velho Barreiro selber seine Edition "Diamond" bezeichnet und darf bestimmt auch stilgerecht aus einem Cachaça-Glas genossen werden. Er wird in edle Flaschen abgefüllt und ist auf 60 Stück limitiert.

Die Flasche "Axel" des Zuckerrohrbrandes wurde vom traditionsreichen Schmuckhersteller Saverglass in Paris hergestellt und mit 211 Diamanten besetzt, die einen Brillant-Schliff haben. Zusätzlich befindet sich in der Mitte des Etiketts ein Diamant mit 0,7 Karat. Insgesamt sind es 7,3 Karat (1,46 gr) pures Kristall.

César Rosa, der Präsident von Indústrias Reunidas de Bebidas Tatuzinho – 3 Fazendas, erklärt, dass der Brand aus zwei verschiedenen Cachaças mit unterschiedlichen Qualitäten geblended wird. Der erste stammt aus der eigenen Destillerie von Velho Barreiro, der 5 Jahre in dem Holz Jequitibá reift.
Der Zweite Teil des Blends hat seinen Ursprung in der Stadt Miguel Pereira, aus dem Umland von Rio de Janeiro, die für die hohe Qualität seiner traditionellen Cachaças artesanais bekannt ist. Dieser (aufwändigere) Teil des Velho Barreiro "Diamond" wird in einer 3-teiligen Anlage aus Kupferbrennblasen destilliert und in Eiche 5 Jahre gelagert.

Cesar Adames, Mitglied der IBA-International Bartenders Association und Autor für die Zeitschrift ADEGA und Robb Report beschreibt das Destillat als mild und harmonisch mit einer leichten fruchtigen Note und Süße.


Jede dieser Flaschen soll 212.000 Reais kosten - 86.000 Euro. Der größte Teil der 60 Flaschen wird nur auf der Website:  www.velhobarreirodiamonds.com.br versteigert.

Den gleichen Inhalt gibt es auch etwas preiswerter für einen Preis von 40 bis 50 Euro in Brasilien. Der Präsident beteuert, dass zwischen den beiden Abfüllungen kein Unterschied besteht - also auch aus den zwei Qualitäten besteht.

Ob er ihn auch aus einem Cognac-Glas trinkt - oder etwa auf Eis? Er bestätigte zumindest, dass für die Produktlinie, die als "teuerster Cachaça der Welt" vermarktet wird, 1,4 Mio Euro ins Marketing investiert werden.