Cachaça ist kein Rum

Cachaça ist kein Rum! Eigentlich eine Binsenweisheit und nicht der Erwähnung wert, wenn nicht Bestrebungen existieren würden, genau dies zu ändern.

In Brasilien wird in Regierungskreisen überlegt, ob man Cachaça als Brazilian Rum bezeichnen soll. Es soll ein neues Siegel eingeführt werden, um den Export des destillierten Zuckerrohrsaftes verstärkt promoten zu können. Wenn die damit verbundenen Verarbeitungsrichtlinien eingehalten werden, darf das Produkt dann als Brazilien Rum bezeichnen werden.

Nicht mehr erlaubt werden soll demnach die doppelte Destillation. Dabei gibt es durchaus hochwertigen Cachaça, der doppelt destilliert wird. Beispielhaft sei hier auf den BiBucco aus dem Hause Casa Bucco verwiesen. Das Erhitzen des Zuckerrohrsaftes, um Keime eliminieren zu können soll ebenso untersagt werden. Dies erscheint besonders kritisch, da Zuckerrohr für viele Schädlinge und Keime eine ideale Basis bietet. Durch das Erhitzen können diese leicht und auf biologisch verträgliche Art beseitigt werden. Alternativ müssten dann andere Substanzen eingesetzt werden, um den Zuckerrohrsaft keimfrei weiterverarbeiten zu können. Viele Brennereien, die auf hochwertigen Cachaça Wert legen, erhitzen einfach und wirkungsvoll den Zuckerrohrsaft.

Bei diesem Vorhaben wird nicht auf die Qualität der Verarbeitung eingegangen. Es macht nach diesen Vorschriften kein Unterschied, ob der Cachaca aufwändig oder als billige Massenware hergestellt wird. Es ist zu befürchten, dass Brazilian Rum vielleicht schon bald als Synonym für billigen Industrie-Fusel aus Brasilien steht.
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