Der Douradinha - ein Nachruf

Die Herstellung des Cachaças Douradinha wird eingestellt. Deshalb hier ein Nachruf auf einen Cachaça der eindrucksvoll belegt hat, welche geschmacklichen Möglichkeiten Zuckerrohr entfalten kann, wenn man auf Qualität achtet. Er war ein Cachaça nach traditioneller Schule - also in Kupferkesseln gebrannt und aus fermentiertem Zuckerrohrsaft gepresst, welches noch mit der Hand geerntet wurde.

Sein Aroma war stark dominiert vom Umburana: getrocknetes Heu, Waldmeister und erdig - so präsentierte er sich. Das Umburana dominierte so vordergründig, dass Kritiker davon sprachen, er wäre unausgewogen. Für einen Vertreter der Zuckerrohr-Fraktion stürmte er in Richtung Kräuter-Destillat wie Ronaldinho zu seinen besten Zeiten. Zu verteidigen gab es nichts: weder die sonst charakteristische Fruchtigkeit des Zuckerrohres, noch die gewohnte Klarheit des Destillats. Er spielte mit den Geschmacksnerven wie die brasilianische Nationalmanschaft mit Pelé: voller Elan und immer nach vorn.

Diese Spielweise konnte begeistern - wenn man keine Tore kassierte.

Heute muss sich ein Team und ein Cachaça ausgeglichen darstellen. So wie Zagallo (el Lobo - der Wolf) den brasilianischen Fußball durch eiserne Taktik und mannschaftliche Geschlossenheit zum Erfolg führte, wird es auch für den Douradinho einen Nachfolger geben, der durch Ausgewogenheit charakterisierbar sein wird.

Zu Wünschen ist, dass die Vielfalt nicht zu kurz kommt - und da hat der Douradinho der Nachwelt seinen hohen Anspruch hinterlassen.
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