Die Eiche wird heimisch - in Brasilien

Spirituosen werden gern in Holzfässern gereift. Ganz populär ist da die Eiche: ob Rum, Bourbon, Cognac oder Whisky - alle nutzen das Holz, das Vanille - und Honig-Aromen abgibt und dafür sorgt, dass der Säuregehalt des Destilltes spürbar sinkt.

In Brasilien wurde das Holz der Eiche seit dem Anfang der Cachaça-Produktion genutzt, um in ihm das Destillat aus frischem Zuckerrohrsaft aufzubewahren. Die Portugiesen schickten ihren Rotwein seit 1500 in die neue Kolonnie, in der er besonders gern von der neuen Oberschicht genossen wurde. Die leeren Fässer eigneten sich bestens, um den produzierten Cachaça aufzubewahren. Als sich auch noch herausstellte, dass der darin aufbewahrte Cachaça beliebter war und teurer verkauft werden konnte, als das junge ungereifte Destillat, war der Siegeszug der Eichenfassreifung auch in Brasilien nicht mehr aufzuhalten.

Die Eiche ist somit - man mag es kaum glauben - eine sehr typisch brasilianische Methode der Cachaça-Reifung.

Mittlerweile ist die Eiche in Brasilien heimisch geworden und gedeiht prächtig. In der Reifung spielt sie nach wie vor die bedeutendste Rolle: rund ein Viertel der Destillate wird darin gereift.

Insgesamt dürfen derzeitig 25 Holzsorten offiziell verwendet werden. Hölzer wie Louro Canela, Bálsamo, Itiuba und Grápia geben einen ganz eigenen Geschmack und sind sogar noch etwas länger in Brasilien beheimatet.

Eine Auswahl von Cachaças, die in Eiche reiften, gibt es hier.

Alkoholgehalt von Cachaça

Ein guter Cachaça braucht nicht mehr als 38% Alkohol.

Es lebe die Vielfalt: Ein brasilianischer Brennereibesitzer erzählte auf der BIOFACH in Nürnberg, dass nur ein schlechter Cachaça viel "Rohstoff" brauche - und meinte damit den Alkoholgehalt. Ein Alkoholgehalt von mehr als 44% spreche seiner Meinung nach eher für ein minderwertiges Destillat.

Das ist ein interessanter und ziemlich seltener Standpunkt - da es auch Meinungen gibt, die besagen, dass ein hoher Alkoholgehalt Hintergrundaromen besser zur Geltung bringt - ein Destillat also komplexer schmeckt. Begründet wird dies damit, dass Alkohol ein Lösungsmittel ist, welches Aromen aufnehmen kann - je mehr sich also von diesem Lösungsmittel im Destillat befindet, desto intensiver der Geschmack.

Das brasiliansiche Gesundheitsministerium begrenzt den Alkoholgehalt von Cachaça auf maximal 48%. Ab 49% bis 54% Alkohol spricht man von Aguardente und darüber von Alkohol aus landwirtschaftlicher Produktion.

Ein Cachaça muss mindestens 38% besitzen und kann mit diesem Alkoholgehalt auch geschmacklich überzeugen - muss er aber nicht... In Brasilien werden oft Destillate produziert, die bis zu 48% Alkohol besitzen.

Minderwertige Destillate besitzen oft nur den gesetzlich vorgeschriebenen Alkoholgehalt - denn neben den Herstellkosten ist die Branntweinsteuer ein signifikanter Kostenfaktor.
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