3 Meisterwerke: SALIBOA, BOAZINHA und SELETA


COCKTAIL: 1934 APPASSIONATO DI CALCIO


WM 1934 in Italien: Aberkannte Tore, geschenkte Elfmeter - Bestechung und Fehlentscheidung. Der Cocktail ist eine Reminiszenz an die Leidenschaft - Cachaça artesanal im italienischen Trikot.

4 cl Cachaça SELETA
2 cl Limette
1,5 cl Cynar (ist ein italienischer Likör (Amaro) aus Artischocken (Cynara scolymus) und Kräutern)
1 cl Holunderblütensirup
Rosmarin-Kardamom-Honig-Espuma

Die Zutaten mit Eis shaken und in ein Cocktailglas geben. Der Espuma wird aus einer Infusion (SALIBOA mit Rosmarin, Kardamom und Honig) hergestellt, die mit 10 cl Limette, 4 BL Zucker und 2 Eiweiß in ein Siphon gegeben und auf den Cocktail gespritzt wird.

Ein Rezept, das Sebastian Arndt von der BAR FORCE in Dresden kreiert hat. Viel Spaß mit gerührtem, geschütteltem oder puren Cachaça.

TOP 20: Seleta und Boazinha auch 2014 unter den besten Cachaças

Auch 2014 ist wieder ein Jahr, in dem der Seleta zu den besten Cachaças gehört.

Im September 2014 waren 4124 Cachaça-Marken im Landwirtschaftsministerium offiziell registriert. Rund 25.000 Hersteller produzieren in Brasilien entweder allein oder in Cooperativos und einige mehr produzieren auch ohne Genehmigung.

Die Jury 'Cúpula da Cachaça' wählte von den 4124 registrierten Marken 250 Cachaças aus, die zugegebenermaßen hohe Qualitätsanforderungen  erfüllen mussten. So wurde die Spreu vom Weizen getrennt. Pitû, 51, Velho Barreiro, Lanius, und Delicana findet man nicht unter den 250 auserwählten Sorten. Nach eingehender Analyse wurde die Auswahl für das große Finale auf 20 Sorten reduziert, zu denen auch Boazinha und Seleta gehören.

Was auffällt, ist, dass die globalen Marken, die im Supermarkt zu finden sind, nicht den Anforderungen der Jury bezüglich der Qualität entsprechen. Dank der Globalisierung kann eine Marke heute weltweit vertrieben werden. Damit einher geht zwangsweise die Massenproduktion, die nach Effizienz und schnellen Herstellungsverfahren verlangt, um billig anbieten zu können. Dank der großen Mengen lassen sich die Kosten deutlich senken, dazu bedarf es aber industrieller Herstellungsverfahren.

Das heißt man braucht einen Rohstoff, der in erster Linie viel Saft liefert. Bei Cachaça also Zuckerrohr. Wichtig ist, dass der frische Saft schnell verarbeitet werden kann. Man setzt also Turbohefen ein, die die Gärzeit auf 4 bis 6 Stunden reduzieren und den Alkoholgehalt des "Weines" auf bis zu 20% erhöhen. Aromen können bei dieser Geschwindigkeit kaum aufgeschlossen werden - was den Vorteil hat, dass man auf aromenreiche Zuckerrohrsorten verzichten kann. Die anschließende Destillation im kontinuierlichen Verfahren erfolgt in Edelstahlkolonnen. Innerhalb kurzer Zeit ist der Cachaça entstanden, der fast frei von Aromen ist, dafür aber auch fast nichts kostet. Im schlimmsten Fall wird auf die Reifung in Holzfässern verzichtet und  stattdessen Karamell und Zucker eingesetzt. Ein Liter kostet in der Herstellung weniger als ein Euro.


Bei den industriellen Spirituosen, ähnelt sich die Herstellung. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Whiskey, Rum oder Cachaça handelt. Lediglich der Basisrohstoff variiert. Bacardi, Johnny Walker und Aperol sind globale Marken geworden, die heute in jedem Supermarkt zu finden sind. Pitû war der erste Cachaça in Deutschland und ist auch heute noch der Cachaça mit dem höchsten Absatz.

Wie gelingt es aber eine Spirituose herzustellen, die die Gaumen qualitätsverwöhnter Juroren begeistert? Die Fazenda Seleta produziert ausschließlich auf traditionelle Weise - betont der Inhaber Antônio Rodrigues. Aber was heißt das?

Das beginnt beim Anbau spezieller Zuckerrohrsorten, nicht nur auf die zu produzierende Saftmenge optimiert werden, sondern vielmehr auf die Aromatik des Saftes. Die Ernte erfolgt ohne Einsatz von Feuer, um das Zuckerrohr nicht durch Hitze zu beschädigen. Der Saft des Zuckerrohres wird mit natürlichen Hefen vergoren, um damit auch die wichtigen Aromastoffe erschließen zu können. Dieser Prozess dauert ungefähr 4-mal länger als mit Turbohefen. Der entstandene Wein wird zeitintensiv in Kupferbrennblasen destilliert. Dazu gehört die Trennung des Destillates in drei Teile. Vor- und Nachlauf sind nicht brauchbar - nur der Mittelteil findet Verwendung und darf dann noch mindestens 2 Jahre in Holzfässern ausruhen, bevor er in Flaschen abgefüllt wird.

In Brasilien heißt es: „ Ein guter Cachaça ruht mindestens 3 Monate, bevor er in Flaschen abgefüllt wird.“ - Ein Luxus, der industriellen Destillaten meist vorenthalten wird. Durch die Lagerung finden Veresterungs- und Oxidationsprozesse statt, die den Geschmack der Spirituose merklich verändern - sie verlieren ihre Aggressivität und werden weicher.

Seleta und Boazinha sind nicht die billigsten Cachaças und auch nicht die, mit der größten Herstellungsmenge - aber auf vorderen Plätzen zu finden, wenn es um Geschmack geht. Sie spielen in einer anderen Liga.

Seleta: Schirme gibt es woanders - Wir können nur Cachaça

Das Einmaleins der Cachaça-Herstellung beherrscht man in der Brennerei Seleta & Boavista im Schlafe. Die Feinheiten und Raffinessen hat man sich in Zusammenarbeit mit dem ersten Cachaça-Institut Brasiliens erarbeitet. In Salinas, der Hauptstadt Brasiliens - wenn es um Destillate aus Zuckerrohr geht - hat sich eine eingeschworene Gemeinde gebildet, die ausschließlich traditionelle Methoden für die Cachaça-Herstellung verwendet. 
Industrielle Methoden lehnte man von Anfang an ab. Als in den 70iger Jahren die Produktion vereinfacht werden konnte und Technik es ermöglichte, große Mengen zu produzieren, hielt man an der langsamen Gärung fest und verwendete weiterhin die bewährten Kupferbrennblasen zur Destillation. 

Auch das Zuckerrohr erntet man heute noch mit der Hand, obwohl es mittlerweile Maschinen dafür gibt. Der Vorteil der Ernte mit der Hand ist, dass das Zuckerrohr umgehend ausgelesen werden kann - also nur gesundes und reifes Zuckerrohr zum Auspressen verwendet wird.
Als in Brasilien billige Industrieware die Supermärkt eroberte, setzte man Qualität gegen die niedrigen Preise. Hatten die kleinen traditionellen Brennereien früher ihren Cachaça nur regional verkauft, bekamen sie nun Druck von überregionalen Massenproduzenten, für die es notwendig war, größere Absatzgebiete zu schaffen, um die produzierte Menge auch verkaufen zu können. Dadurch entstand ein enormer Preisdruck. Viele kleinere Brennereien konnten im Wettlauf um den günstigsten Cachaça nicht mithalten und mussten die Produktion einstellen. Der Preisdruck führte zu immer weiteren Kostensenkungsmaßnahmen. Cachaça wurde nicht mehr in Holzfässern gereift, stattdessen wurden Holzpallets verwendet und statt der langsamen Gärung, wurden Turbohefen eingesetzt, die 4-mal schneller Alkohol entwickelten. Letztendlich sank die Qualität und der Preis.

Eines dieser Industrie-Beispiele ist Pitú - ein Cachaça, der 1972 erstmalig auf dem deutschen Markt angeboten wurde. Um ihn bekannt zu machen, setzte der Importeur in Deutschland auf die Caipirinha. Das heißt man brauchte neben Limetten auch viel Zucker, der natürlich so billig wie möglich sein sollte. Da der braune billiger als der originale weiße Zucker war, führte man in Deutschland die Caipi entgegen den brasilianischen Ursprüngen mit braunem Zucker ein - und manch einer glaubt auch heute noch, dass der braune Zucker das Original sei.
Im Zuge der Massenproduktion wurde Marketing immer wichtiger. Der Verkauf von industriellen Spirituosen wird mit riesigen Werbefeldzügen begleitet - Schirme, Barmatten, Gläser und Cocktailwettbewerbe werden kreiert, die den Wert der Spirituose in den Hintergrund rücken lassen. Geschichten, werden gestrickt, bei denen man nicht weiß, ob sie wie bei Jack Daniels Märchen sind oder es werden Werbeaussagen wie im Fall von Zacapa gemacht, die schon die Legalität verlassen haben.

Seleta kann es sich hier einfach machen. Da man nach wie vor Holzfässer für die Reifung einsetzt und Reinhefen verwendet, die mehr Aromen erschließen als jede Turbohefe, kann man auf die Qualität des Produktes setzen. Die Verkaufsbotschaft ist dann auch ganz einfach: Lass die Leute probieren: wenn es schmeckt, dann werden sie es kaufen. Wer also einen authentischen Cachaça probieren möchte, dem sei der Seleta auf ehrliche Weise empfohlen. [Google-Suche]


Der Geist der Caipirinha

"Der Geist der Caipirinha - Eine kleine Kulturgeschichte des | Freistil | Deutschlandfunk" http://feedly.com/k/1g8MRzh

Summer time - Cachaça time

Summer time - Cachaça time... das Rezept lässt sich mit wunderbar erweitern... wie wäre es mit Waldmeister oder Sanddorn?

Double Gold - Cachaça LEBLON

Leblon darf gratuliert werden. Der "global" Brand-Ambassador Philippe Mille von LEBLON verkündete durchaus mit Stolz, dass LEBLON die Auszeichnung „Best in Show“ und „Double Gold“ bei der World Spirits Competition in San Francisco 2013 gewonnen hat!
Darüber hinaus gewann auch der Cachaça „Reserva Especial" eine Goldmedaille! (Zur Erinnerung: Die Reserva Especial gewann „Double Gold“ im letzten Jahr).
"Dies ist ein großes Jahr für LEBLON" so Philippe Mille. Es war nicht leicht, diese Preise zu gewinnen. Denn die World Spirits Competition ist eine Blindverkostung, kein Schönheitswettbewerb! In acht aufeinander folgenden Jahren hat LEBLON mittlerweile Gold erhalten.
LEBLON macht seinen eigenen Cachaça und engagiert kein Lohnhersteller wie viele andere - der Cachaça kommt aus dem Herzen von Minas Gerais, der herausragenden Cachaça Region Brasiliens.

Daher einen herzlichen Glückwunsch an das Team in Patos de Minas, das unermüdlich arbeitet um zu schneiden, quetschen, gären, destillieren, reifen und zu blenden, um dann den besten Cachaça in Flaschen füllen zu können.
Die Auszeichnungen sollte den Mitarbeitern Bestätigung für ihren Einsatz sein. Es ist die erneute Anerkennung für ihre Qualitätsarbeit - und das Jahr für Jahr.
Als Genießer kann man sich der Jury nur anschließen und sagen: muito obrigado!

Cocktail =ich=



=ich=

5 cl Cachaça Putumujú
1 cl Passion Pure (Monin)
2 Bl Feigensenf-Sauce
2 Dash Orange-Bitter

Die Zutaten kräftig auf Eis shaken und durch ein Sieb ins Gästeglas abseihen.

Dieser Cocktail ist eine spontane Kreation des Barkeepers Michael Seydel aus der Rostocker Bar "Zwanzig12", das am alten Hafen im renovierten Wittespeicher Modernität mit Speicherhaus-Ambiente vereint.

Dort wo Herr Witte 1871 erstmalig Coffein in kristalliner Form herstellte, führt heute Robert Plath ein Restaurant, das durch seine Speisen und Getränke ebenso über die Stadtgrenzen hinaus bekannt wurde, wie die ehemalige Manufaktur.

So wie Herr Witte damals an der Produktion von Coffein und Pepton arbeitete und Weltmarktführer wurde, tüftelt heute Michael Seydel hinter dem Tresen an Cocktails. Wie damals wird gerührt, geschüttelt und probiert. Die heutigen Zutaten sind hochprozentiger und erlesener und natürlich fehlt auch nicht die brasilianische Nationalspirituose.

Winter-Caipirinha

Caipirinha im Winter

mit Nelken, Vanille, Zimt, Sternanis, Orange, Kardamom....

Der einfachste Weg zur Winter-Caipirinha führt über einen selbstgemachten Sirup. Geht ganz einfach: Einen Liter Rotwein zusammen mit 2 kg Zucker, etwas Orangensaft und Wintergewürzen erhitzen, abkühlen lassen und in Flaschen abfüllen. Aufwand 15-20 Minuten.

Anstelle des Zuckers nimmt man für die Winter-Caipirinha den Sirup.... und fertig ist der Partydrink für den Winter...

Das Glas noch mit einer Orangenzeste dekorieren...

Die Idee zur Wintercaipirinha stammt aus der Berliner Booze-Bar. Dort haben die Barkeeper Lutz und Roman diesen Cocktail mit dem Leblon-Cachaça kreiert. Der Sirup stammt vom eigenen Herd.

Wohl bekomm's

Leise rieselt der Schnee.... und was gibt es zu trinken? Glühwein?

Der allgegenwärtige Glühwein - so scheint es - ist einfach zuzubereiten und wird wohl deshalb auch in rauen Mengen angeboten. Aber: wird die Mischung zu heiß, verflüchtigen sich die Aromen oder werden bitter. Wenn auch noch Weine verwendet werden, die einen hohen Säureanteil besitzen, kämpfen viele mit Sodbrennen und der  Genuss bleibt auf der Strecke. Da hilft es auch nicht, diese Mischung extensiv mit Spirituosen zu "verstärken". Der Kater am nächsten Tag ist Lohn.

Ätherische Öle sind in Gemischen aus Alkohol und Wasser recht instabil - in den Sterne-Küchen dieser Welt geht man deshalb mit Kräutern und frischen Zutaten besonders sorgsam um. Auf den Jahrmärkten und Skihütten bleibt dagegen wenig Zeit: Nelken, Zimt und Vanille werden drangsaliert bis sie nach Holz schmecken, Orangenschalen schwimmen im Sud, bis die Bitterstoffe auch alle im Glas sind.

Was also dann?

Wie wäre es mit einer Mischung, die problemlos zu erhitzen ist und dann je nach Lust und Geschmack ergänzt werden kann mit aromatragenden Stoffen.

Hans W. Mehster kreierte in Brasilien solch eine Mischung - als Mittel gegen eine Erkältung, dass ihm auch noch schmecken sollte. Er mischte also sein Schnäpperken mit Kräutern, Limette, Honig und natürlich Cachaça zu einem Likör, an dem er selber viel Gefallen fand. Später fanden dann auch seine Freunde und die Stammkneipe "Philadelphia" Gefallen an dem deutschen "Schnäpperken" - was allerdings keiner so richtig aussprechen konnte. Aus dem "Schnäpperken" wurde dann ganz brasilianisch "Xiboquinha". 

In seinem Likör sind die Aromen enthalten, die hitzeempfindlich sind. Für einen "Glühwein" muss man deshalb nur den Saft erhitzen und zum Trinken mit dem "Xiboquinha" ergänzen.

Vorschlag: 4 Teile Saft (Apfel, Kirsche, Orange oder Heidelbeere - am besten gleich mehrere Varianten) und einen Teil Xiboquinha