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Obstler aus Zuckerrohr

Der Praianinha ist kein Obstler, er ist ein traditionell hergestellter Cachaça! Beim blinden Verkosten würde er eher als Obstler eingestuft werden, als als Cachaça durchgehen. Eine Tatsache die auch die Juroren des 7. German Rumfestes irritierte, dennoch wurde er mit Bronze ausgezeichnet. 

Er wird von erstaunlich vielen Fruchtaromen dominiert - Himbeere und Marille sind recht schnell zu identifizieren. 

Aber er kommt nicht aus dem Schwarzwald, er kommt aus einer der älteren Brennereien im Umland von Rio de Janeiro, die Anfang des Jahrtausends mit modernem Equipment ausgestattet worden ist. 

Auch wenn die typischen Zuckerrohrnoten eher dezent wahrnehmbar sind, ist er ein klassischer Vertreter der brasilianischen Nationalspirituose. So zeigt der Praianinha, dass die 600 Zuckerrohrsorten Brasiliens ein wahrer Aromenschatz sind, der sich in vielen Cocktails verwenden lässt. 

Gebrannt wird das Destillat in Kupferbrennblasen und danach 6 Monate in Edelstahl gelagert, damit sich die Aromen sanft entfalten können. 

Erhältlich ist er im Fachhandel und beispielsweise bei Casa Cachaça.


Der "Congreso del Ron" prämiert die besten Spirituosen: Gold und Silber für Avuá

Viele reden über Qualität - nur wenige liefern. Großartig, wenn eine Destillerie für den betriebenen Aufwand belohnt wird. Nachdem Avuá in Deutschland schon auf dem German Rumfestival von einer Jury mit Gold- und Silber prämiert wurde, setzt sich der Erfolg fort.

Die unabhängige Jury des "Congreso Del Ron" in Spanien hat gerade die Gewinner der Medaillen verkündet. In der Kategorie Cachaça gab es nur einen Preisträger: Avuá!

Avuá prata gewann Silber
Avuá amburana gewann Gold

Die Freude ist natürlich riesig: "I'm very excited that Avuá has won the gold and silver Awards for the Cachaça Category for the Congreso del Ron de Madrid!" twittert Nate Whitehouse von Avuá.
Sie waren damit die einzigen Cachaças, die prämiert wurden. Es scheint, als könne Avuá es in Europa schaffen, eine ganze Kategorie auf ein neues Qualitätslevel zu heben. Es wäre wünschenswert, wenn andere Hersteller folgen und statt Masse Klasse liefern. Von Anfang an stand die Qualität auf der Fazenda da Quinta im Mittelpunkt der Herstellung. Schön wenn es gelingt, dies auch dauerhaft umzusetzen.

In einem Markt, der durch industriell hergestellte Cachaças dominiert wird, setzt Avuá neue Standards. Es gab in Europa noch keinen Cachaça, der von unabhängigen Juries in verschiedenen Ländern so bewertet wurde.

Ein Grund zu feiern! Bei Avuá stimmen Flaschendesign und Inhalt.

GERMAN RUM FESTIVAL: Gold für SALIBOA


Der SALIBOA aus Minas Gerais gewann beim 4. German Rum Festival in Berlin Gold.

Der Newcomer aus Brasilien konnte die Jury begeistern und den mit viel Aufwand im Markt platzierten LEBLON hinter sich lassen.

Der Alambiqueiro wählte für diesen Cachaça ein ungewöhnliches Hartholz: Ipê amarelo. Dieses zeichnet sich durch eine feine aber schwer extrahierbare Aromenstruktur aus. Um diese dennoch in ausreichendem Umfang erschließen zu können, musste auf ein entsprechend hohes Alkoholniveau zurückgegriffen werden: 45,5% sind in Brasilien nichts Außergewöhnliches – hierzulande ist er der stärkste Cachaça.

Das Ergebnis ist ein feingliedriger Cachaça, der mit Feindynamik und Harmonie bei der Aromenentfaltung aufwarten kann. Es gibt Cachaças, die mehr Charakter zeigen und es gibt Sorten, die langweiliger und ausdrucksloser abgefüllt werden.

Der SALIBOA bleibt jenseits des Mainstreams, aber irritiert nicht mit ungewöhnlichen Nuancen, er ist interessant genug, um als Verführer wahrgenommen zu werden. Man verbringt gern die Zeit mit einem starken, aber sanftmütigen Cachaça, der nach und nach in der Lage ist, seine Facetten zu offenbaren.

Die Jury platzierte den LEBLON vor dem DELICANA BÁLSAMO 10 ANOS.

Der SALIBOA wird übrigens in Keramik-Karaffen abgefüllt, da das in Ipê amarelo gelagerte Destillat ähnlich wie Rotwein unter Lichteinfluss seine Aromenstruktur verändert.

1. Platz – SALIBOA 5 Jahre
2. Platz – LEBLON
3. Platz – DELICANA BÁLSAMO


TOP 20: Seleta und Boazinha auch 2014 unter den besten Cachaças

Auch 2014 ist wieder ein Jahr, in dem der Seleta zu den besten Cachaças gehört.

Im September 2014 waren 4124 Cachaça-Marken im Landwirtschaftsministerium offiziell registriert. Rund 25.000 Hersteller produzieren in Brasilien entweder allein oder in Cooperativos und einige mehr produzieren auch ohne Genehmigung.

Die Jury 'Cúpula da Cachaça' wählte von den 4124 registrierten Marken 250 Cachaças aus, die zugegebenermaßen hohe Qualitätsanforderungen  erfüllen mussten. So wurde die Spreu vom Weizen getrennt. Pitû, 51, Velho Barreiro, Lanius, und Delicana findet man nicht unter den 250 auserwählten Sorten. Nach eingehender Analyse wurde die Auswahl für das große Finale auf 20 Sorten reduziert, zu denen auch Boazinha und Seleta gehören.

Was auffällt, ist, dass die globalen Marken, die im Supermarkt zu finden sind, nicht den Anforderungen der Jury bezüglich der Qualität entsprechen. Dank der Globalisierung kann eine Marke heute weltweit vertrieben werden. Damit einher geht zwangsweise die Massenproduktion, die nach Effizienz und schnellen Herstellungsverfahren verlangt, um billig anbieten zu können. Dank der großen Mengen lassen sich die Kosten deutlich senken, dazu bedarf es aber industrieller Herstellungsverfahren.

Das heißt man braucht einen Rohstoff, der in erster Linie viel Saft liefert. Bei Cachaça also Zuckerrohr. Wichtig ist, dass der frische Saft schnell verarbeitet werden kann. Man setzt also Turbohefen ein, die die Gärzeit auf 4 bis 6 Stunden reduzieren und den Alkoholgehalt des "Weines" auf bis zu 20% erhöhen. Aromen können bei dieser Geschwindigkeit kaum aufgeschlossen werden - was den Vorteil hat, dass man auf aromenreiche Zuckerrohrsorten verzichten kann. Die anschließende Destillation im kontinuierlichen Verfahren erfolgt in Edelstahlkolonnen. Innerhalb kurzer Zeit ist der Cachaça entstanden, der fast frei von Aromen ist, dafür aber auch fast nichts kostet. Im schlimmsten Fall wird auf die Reifung in Holzfässern verzichtet und  stattdessen Karamell und Zucker eingesetzt. Ein Liter kostet in der Herstellung weniger als ein Euro.


Bei den industriellen Spirituosen, ähnelt sich die Herstellung. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Whiskey, Rum oder Cachaça handelt. Lediglich der Basisrohstoff variiert. Bacardi, Johnny Walker und Aperol sind globale Marken geworden, die heute in jedem Supermarkt zu finden sind. Pitû war der erste Cachaça in Deutschland und ist auch heute noch der Cachaça mit dem höchsten Absatz.

Wie gelingt es aber eine Spirituose herzustellen, die die Gaumen qualitätsverwöhnter Juroren begeistert? Die Fazenda Seleta produziert ausschließlich auf traditionelle Weise - betont der Inhaber Antônio Rodrigues. Aber was heißt das?

Das beginnt beim Anbau spezieller Zuckerrohrsorten, nicht nur auf die zu produzierende Saftmenge optimiert werden, sondern vielmehr auf die Aromatik des Saftes. Die Ernte erfolgt ohne Einsatz von Feuer, um das Zuckerrohr nicht durch Hitze zu beschädigen. Der Saft des Zuckerrohres wird mit natürlichen Hefen vergoren, um damit auch die wichtigen Aromastoffe erschließen zu können. Dieser Prozess dauert ungefähr 4-mal länger als mit Turbohefen. Der entstandene Wein wird zeitintensiv in Kupferbrennblasen destilliert. Dazu gehört die Trennung des Destillates in drei Teile. Vor- und Nachlauf sind nicht brauchbar - nur der Mittelteil findet Verwendung und darf dann noch mindestens 2 Jahre in Holzfässern ausruhen, bevor er in Flaschen abgefüllt wird.

In Brasilien heißt es: „ Ein guter Cachaça ruht mindestens 3 Monate, bevor er in Flaschen abgefüllt wird.“ - Ein Luxus, der industriellen Destillaten meist vorenthalten wird. Durch die Lagerung finden Veresterungs- und Oxidationsprozesse statt, die den Geschmack der Spirituose merklich verändern - sie verlieren ihre Aggressivität und werden weicher.

Seleta und Boazinha sind nicht die billigsten Cachaças und auch nicht die, mit der größten Herstellungsmenge - aber auf vorderen Plätzen zu finden, wenn es um Geschmack geht. Sie spielen in einer anderen Liga. Beim GERMAN RUM FESTIVAL 2014 gewann ebenfalls ein Cachaça artesanal. Der SALIBOA wurde mit GOLD ausgezeichnet.

Double Gold - Cachaça LEBLON

Leblon darf gratuliert werden. Der "global" Brand-Ambassador Philippe Mille von LEBLON verkündete durchaus mit Stolz, dass LEBLON die Auszeichnung „Best in Show“ und „Double Gold“ bei der World Spirits Competition in San Francisco 2013 gewonnen hat!
Darüber hinaus gewann auch der Cachaça „Reserva Especial" eine Goldmedaille! (Zur Erinnerung: Die Reserva Especial gewann „Double Gold“ im letzten Jahr).
"Dies ist ein großes Jahr für LEBLON" so Philippe Mille. Es war nicht leicht, diese Preise zu gewinnen. Denn die World Spirits Competition ist eine Blindverkostung, kein Schönheitswettbewerb! In acht aufeinander folgenden Jahren hat LEBLON mittlerweile Gold erhalten.
LEBLON macht seinen eigenen Cachaça und engagiert kein Lohnhersteller wie viele andere - der Cachaça kommt aus dem Herzen von Minas Gerais, der herausragenden Cachaça Region Brasiliens.

Daher einen herzlichen Glückwunsch an das Team in Patos de Minas, das unermüdlich arbeitet um zu schneiden, quetschen, gären, destillieren, reifen und zu blenden, um dann den besten Cachaça in Flaschen füllen zu können.
Die Auszeichnungen sollte den Mitarbeitern Bestätigung für ihren Einsatz sein. Es ist die erneute Anerkennung für ihre Qualitätsarbeit - und das Jahr für Jahr.
Als Genießer kann man sich der Jury nur anschließen und sagen: muito obrigado!

Zwei Qualitäten für den teuersten Cachaça der Welt!

Auf dem Bild links ist kein Cognac und auch kein Whisky zu sehen - es ist Cachaça. Es ist der teuerste Cachaça der Welt, wie Velho Barreiro selber seine Edition "Diamond" bezeichnet und darf bestimmt auch stilgerecht aus einem Cachaça-Glas genossen werden. Er wird in edle Flaschen abgefüllt und ist auf 60 Stück limitiert.

Die Flasche "Axel" des Zuckerrohrbrandes wurde vom traditionsreichen Schmuckhersteller Saverglass in Paris hergestellt und mit 211 Diamanten besetzt, die einen Brillant-Schliff haben. Zusätzlich befindet sich in der Mitte des Etiketts ein Diamant mit 0,7 Karat. Insgesamt sind es 7,3 Karat (1,46 gr) pures Kristall.

César Rosa, der Präsident von Indústrias Reunidas de Bebidas Tatuzinho – 3 Fazendas, erklärt, dass der Brand aus zwei verschiedenen Cachaças mit unterschiedlichen Qualitäten geblended wird. Der erste stammt aus der eigenen Destillerie von Velho Barreiro, der 5 Jahre in dem Holz Jequitibá reift.
Der Zweite Teil des Blends hat seinen Ursprung in der Stadt Miguel Pereira, aus dem Umland von Rio de Janeiro, die für die hohe Qualität seiner traditionellen Cachaças artesanais bekannt ist. Dieser (aufwändigere) Teil des Velho Barreiro "Diamond" wird in einer 3-teiligen Anlage aus Kupferbrennblasen destilliert und in Eiche 5 Jahre gelagert.

Cesar Adames, Mitglied der IBA-International Bartenders Association und Autor für die Zeitschrift ADEGA und Robb Report beschreibt das Destillat als mild und harmonisch mit einer leichten fruchtigen Note und Süße.


Jede dieser Flaschen soll 212.000 Reais kosten - 86.000 Euro. Der größte Teil der 60 Flaschen wird nur auf der Website:  www.velhobarreirodiamonds.com.br versteigert.

Den gleichen Inhalt gibt es auch etwas preiswerter für einen Preis von 40 bis 50 Euro in Brasilien. Der Präsident beteuert, dass zwischen den beiden Abfüllungen kein Unterschied besteht - also auch aus den zwei Qualitäten besteht.

Ob er ihn auch aus einem Cognac-Glas trinkt - oder etwa auf Eis? Er bestätigte zumindest, dass für die Produktlinie, die als "teuerster Cachaça der Welt" vermarktet wird, 1,4 Mio Euro ins Marketing investiert werden.


Paraty - Gewinner der Silber-Medaille

Paraty war das Synonym für Cachaca. Selbst vor 100 Jahren war noch der Begriff "Paraty" in einem holländischen Worterbuch als Erklärung für brasilianische Zuckerrohrdestillate zu finden. Beim Rumfestival in Berlin, das vom Rumbotschafter Dirk Becker organisiert wurde. gewann der Cachaça "Paraty - Santo Grau" 2011 die Silber-Medaille.

Eduardo und Luiz Maurício Mello, die Inhaber der Marke „Paraty“ wurden auf der Fazenda Boa Vista geboren, in der schon Julia Mann (Großmutter von Thomas Mann) ihre Kindheit verbracht hat. Dort wird seit 1803 Cachaça hergestellt. Beide folgten den Fußstapfen des Großvaters, der den Cachaça „Quero essa“ herstellte. Eduardo übernahm in jungen Jahren die Marke Coqueiro und machte sie zu einer der feinsten Cachaça-Marken in Brasilien. Marcelo Câmara, einer der maßgeblichen Cachaça-Autoren und Jury-Mitglied des populären Playboy-Rankings, hält den Cachaça der Fazenda Boa Vista für einen der besten in Brasilien.

Die Zeitschrift VEJA wählte den „Paraty - Santo Grau“ der Fazenda Boa Vista 2010 zum drittbesten Cachaça in der Kategorie der klaren Destillate und 2011 errang er auf dem 1. German Rumfestival in Berlin die Auszeichnung "Silber".

Zur Philosophie der Brüder gehört es auch, die Geschicke der Destillerie  immer in eigener Regie zu behalten. Aus diesem Grund wird nicht exportiert.  Auch eine Erhöhung der Herstellungsmenge wird negiert, weil dies nur zu Lasten der Qualität umsetzbar wäre. Außerdem ist man durch das Beispiel Bacardi gewarnt. (Der Cachaça"Havanna" mußte umbenannt werden und trug den Namen "Anísio Santiago").

Der „Paraty – Santo Grau“ wird seit 1883 hergestellt. Er ist ein speziell gereifter und extra langsam fermentierter Cachaça mit dem Attribut DOCG "DENOMINAÇÃO DE ORIGEM CONTROLADA E GARANTIDA". Der Alambiqueiro Luiz Mello setzt besonders alte Fässer zum Reifen ein. Die alten, „historischen“ Fässer werden verwendet, weil sie keinen Geschmack mehr übertragen und den Charakter eines Cachaças unverfälscht bewahren. Dieser Cachaça offenbart eine komplexe Struktur. Die besonders langsame Fermentierung verleiht ihm einen kraftvollen Geschmack von Zuckerrohr und grünen Bananen. Der seltene Reifeprozess macht ihn samtig-weich und lang im Abgang. Die Destillation erfolgt in Kupferbrennblasen, die im Gegensatz zu denen in Minas Gerais oder Rio de Janeiro einen besonders flachen Kopf besitzen.

Ein Holzfeuer erhitzt das Wasser für die Kupferbrennblasen, die ein Fassungsvolumen von rund 400 Liter haben. Paraty entwickelte sich vor rund 200 Jahren zum Synonym für die Cachaça-Herstellung. Bis zu 200 Engenhos produzierten Zucker und die edelsten Destillate für die Adelshöfe auch in Europa. Heute drehen sich in diesem malerischen Ort immer  noch ein paar wenige Wasserräder, um Zuckerrohr auszupressen. Viele Touristen besuchen das malerich verträumte Örtchen und genießen die Caipirinha mit einem Cachaça "Paraty" in den zahlreichen kleinen Lokalen.

Cachaça-Ranking

Seit 2007 finden sich alle zwei Jahre 20 Juroren zusammen und wählen die besten Cachaças Brasiliens. Aus mehr als 4.000 Sorten gilt es, den Besten zu finden. Das Ergebnis wird dann in der wichtigsten "maskulinen" Zeitschrift Südamerikas veröffentlicht - dem Playboy.
Bei diesem Ranking zählt nicht der äußere Schein, nein es sind die inneren Werte der Flaschen, auf die es ankommt. Aus diesem Grunde wurde auch 2011 wieder eine Jury aus berufenen Teilnehmern zusammengesetzt, die sich mit der brasilianischen Nationalspirituose auch beruflich beschäftigen. So wurde das Urteil mit Beteiligung von:
  • João Bosco Faria, der an der Unesp, Destillation und Chemie lehrt,
  • Cesar Adames, Professor am Senac und der Escola de Gastronomia da Universidade de Caxias do Sul (RS), Milton Lima, Cachaça-Liebhaber und Gründer der Site cachacas.com,
  • Leandro Marelli de Souza, Wissenschaftler auf dem Gebiet der Getränketechnologie und Qualitätskontrolle für alkoholische Getränke an der Escola Superior de Agricultura Luiz de Queiroz (Esalq/USP).
  • Mauricio Maia, Sommelier, Berater, Herausgeber und Gründer der Site ocachacier.com, 
  • Manoel Beato, Sommelier des Restaurants Fasano, 
  • Souza, Barkeeper der Bar Veloso, in São Paulo.
  • Sergio Arno, Cachaça-Sammler,
  • S. Cavalcante, Sammler von Cachaças mit der weltweit umfangreichsten Kollektion,  
  • Alexsander Santana,  Gründer der Site amigosdacachaca.com.br. 
  • José Lucio Mendes, Direktor der Messe ExpoCachaça.
gefällt. Jeder der Juroren erstellte eine Liste mit seinen 10 Favoriten. So kamen 102 Cachaças in die Endrunde, aus denen die besten 20 ausgewählt wurden. Die Juroren mussten dann die Cachaças erneut verkosten und bewerten. Jeder der Juroren vergab dann Punkte: 25 für den Besten, 20 für den Zweitplatzierten, 16....

Die Gewinner des Rankings sind (die dick markierten sind in Deutschland erhältlich)
  • 1º Anísio Santiago/Havana (Salinas, MG),
  • 2º Vale Verde (Betim, MG),
  • 3º Claudionor (Januária, MG),
  • 4º Germana (Nova união, MG),
  • 5º Canarinha (Salinas, MG),
  • 6º Serra Limpa (Duas Estradas, PB),
  • 7º Maria Izabel (Parati, RJ),
  • 8º Seleta (Salinas, MG)
  • 9º Sagatiba Preciosa (Ribeirão Preto, SP),
  • 10º Germana Heritage (Nova união, MG),
  • 11º Mato Dentro Prata (São Luis do Paraitinga, SP),
  • 12º Cachaça da Tulha Ouro (Mococa, SP),
  • 13º Coronel Xavier Chaves (Cel. Xavier, MG),
  • 14º Boazinha (Salinas, MG),
  • 15º Lua Cheia (Salinas, MG),
  • 16º Casa Bucco (Bento Gonçalves, RS),
  • 17º Nêga Fulô (Nova Friburgo, RJ),
  • 18º Armazém Vieira Safira (Florianópolis, SC),
  • 19º Weber Haus Amburana (Motim, RS),
  • 20º Rainha das Gerais (Curvelo, MG)
Industrielle Produkte á la Pitú, Canario, 51 und Velho Barreiro hatten bei diesem Ranking nachvollziehbarer Weise keine Chance.

Was sagt die Presse zu Cachaça da Bahia?

Da in der FIZZZ ein Artikel über Cachaça veröffentlicht worden ist, sollen auch hier die Bewertungen der Marken nicht fehlen. In der FIZZZ wurde in diesem Zusammenhang auch über die Situation der Spirituose Cachaça geschrieben. So wird berichtetet, dass mittlerweile eine große Menge verschiedener Cachaças deutsche Bars erreicht hat, aber sich die Anzahl der hierzulande verfügbaren Marken noch immer lächerlich im Vergleich zur existierenden Vielfalt in Brasilien ausnimmt. Zwischen São Paulo und Belo Horizonte, etwa auf halbem Weg, gibt es eine Tankstel­le, in deren Shop nicht weniger als rund 500 verschiedene Marken verkauft werden - wohl gemerkt, eine Tankstelle, kein Schnapsla­den!

Geht es um kreatives Experimen­tieren auf der Suche nach neuen Rezepturen stachen Wodka, Rum, Gin und zuletzt auch Tequila den Cachaça aus. Doch ändert sich die Situation bei der weltweit drittpo­pulärsten Spirituose. Vor allem dank der vielen Cachaças artesanais steigt die Vielfalt der Anwendungsmög­lichkeiten rasant. Selbst der pure Genuss nimmt, zugegeben auf noch sehr niedrigem Niveau, zu.
Mit Cachaça artesanal kann man also etwas Exclusives, etwas Besonderes bieten.

Morro de São Paulo escuro

Die FIZZZ schreibt: „Dieser drei Jahre in europäischen Eichenfässern gereifte Cachaça ist tatsächlich etwas Besonderes: angenehmer, typischer Eichenholzduft, leicht rauchig mit deutlichen Vanille- und Honignoten auf der Zunge – ein echter Klassiker sowohl für den puren Genuss als auch für die Verwendung im Cocktail“. [mehr]

Serra das Almas

Die FIZZZ notiert zu ihm: „Ebenfalls in der Alambique destilliert wurde dieser Bio‑Cachaça aus Bahia. Den Silver, der sich in erster Linie zum Mixen eignet, beherrschen ein blumiges Zuckerrohr­-Aroma und dezente Oliventöne. Der Serra das Almas Gold verändert trotz… Lagerung in Garapei­ra-Fässern seine typischen Zuckerrohr-Aromen kaum, ergänzt sie aber in angenehmer Weise durch deutliche Holznoten. Pur getrunken ein wunderbarer Digestif“. [mehr]

Tombad‘oro

Der dritte Cachaça wird in der FIZZZ folgendermaßen charakterisiert: „Ebenfalls ein Cachaça artesanal aus Bahia, destilliert in der Alambique und in europäischer Eiche gereift; besticht durch sein deutliches Zuckerrohr-Aroma, ein milder Brand mit angenehmer Säure, die in eher zurückhal­tende, aber deutlich erkennbare Vanille-und Honigaromen eingebunden ist“. [mehr]

Alkoholgehalt von Cachaça

Ein guter Cachaça braucht nicht mehr als 38% Alkohol.

Es lebe die Vielfalt: Ein brasilianischer Brennereibesitzer erzählte auf der BIOFACH in Nürnberg, dass nur ein schlechter Cachaça viel "Rohstoff" brauche - und meinte damit den Alkoholgehalt. Ein Alkoholgehalt von mehr als 44% spreche seiner Meinung nach eher für ein minderwertiges Destillat.

Das ist ein interessanter und ziemlich seltener Standpunkt - da es auch Meinungen gibt, die besagen, dass ein hoher Alkoholgehalt Hintergrundaromen besser zur Geltung bringt - ein Destillat also komplexer schmeckt. Begründet wird dies damit, dass Alkohol ein Lösungsmittel ist, welches Aromen aufnehmen kann - je mehr sich also von diesem Lösungsmittel im Destillat befindet, desto intensiver der Geschmack.

Das brasiliansiche Gesundheitsministerium begrenzt den Alkoholgehalt von Cachaça auf maximal 48%. Ab 49% bis 54% Alkohol spricht man von Aguardente und darüber von Alkohol aus landwirtschaftlicher Produktion.

Ein Cachaça muss mindestens 38% besitzen und kann mit diesem Alkoholgehalt auch geschmacklich überzeugen - muss er aber nicht... In Brasilien werden oft Destillate produziert, die bis zu 48% Alkohol besitzen.

Minderwertige Destillate besitzen oft nur den gesetzlich vorgeschriebenen Alkoholgehalt - denn neben den Herstellkosten ist die Branntweinsteuer ein signifikanter Kostenfaktor.